Mehr Patienten Not in der Notaufnahme - Viele Verletzungen wegen Glätte
Wer auf spiegelglatten Wegen unterwegs ist, kann schnell das Gleichgewicht verlieren und in die Notaufnahme müssen. Doch dort kann es länger dauern.

Hannover/Bremen - Nach Stürzen auf vereisten Wegen kommen viele Patientinnen und Patienten in Niedersachsen und Bremen in diesen Tagen in die Notaufnahme. Einige Krankenhäuser sind wegen der Glätteunfälle stark ausgelastet und müssen Operationen verschieben, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.
Verschobene Operationen, mehr Personal
So etwa am Klinikum Oldenburg: Die Ärztinnen und Ärzte behandeln mehr Sturzverletzungen als sonst, wie ein Sprecher des Klinikums mitteilte. „Unsere OPs sind deswegen ausgelastet.“ Die Unfallchirugie nutze momentan einen zusätzlichen OP. Nicht dringend notwendige Operationen werden teilweise verschoben.
Auch am Klinikum Osnabrück werden momentan zahlreiche Menschen behandelt, die auf glatten Wegen ausgerutscht sind. „Die Notaufnahme am Klinikum Osnabrück ist aktuell stark frequentiert“, teilte eine Sprecherin mit. „Patientinnen und Patienten sollten – je nach Auslastung und Schwere der Verletzung – mit zusätzlichen Wartezeiten rechnen.“ Das Klinikum setze schon mehr Personal in der Notaufnahme ein, um den Andrang zu bewältigen.
Die Belastung für die Ärztinnen und Ärzte habe zugenommen, heißt es vom Städtischen Klinikum Braunschweig. Schon seit Ende Dezember kommen deutlich mehr Menschen nach wetterbedingten Unfällen in die Notaufnahmen. „Die anhaltende Schlechtwetterperiode führt zu wiederkehrenden Belastungswellen über mehrere Tage hinweg“, teilte das Krankenhaus mit. Einige planbare Operationen werden verschoben, trotzdem könne es manchmal länger dauern. Die meisten Patientinnen und Patienten hätten dafür Verständnis.
Kliniken in Hannover und Bremen auf Glätteunfälle eingestellt
Anders ist die Lage an der Medizinischen Hochschule Hannover und bei den kommunalen Kliniken in Bremen. Zwar werden dort auch Patientinnen und Patienten mit Prellungen und Brüchen nach Glätteunfällen behandelt, heißt es von den Krankenhäusern. Allerdings nicht unbedingt mehr als in den vergangenen Wintermonaten. „In Bremen hat sich die Bevölkerung und natürlich auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut auf die schwierige Verkehrslage eingestellt“, sagte ein Sprecher vom Bremer Klinikverbund Gesundheit Nord.