Wetter Sonnigster August seit Jahrzehnten in Thüringen
255 Sonnenstunden, Hitzewelle bis 36 Grad: Der August in Thüringen sprengte alle Erwartungen. Wer besonders unter Trockenheit litt – und wo es doch noch genug Regen in diesem Sommer gab.

Offenbach/Erfurt - Der Monat August war in Thüringen einer der fünf sonnigsten seit Beginn der Aufzeichnungen. Das zeigen vorläufige Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nach ersten Auswertungen seiner rund 2.000 Messstationen. Demnach lag die Sonnenscheindauer mit 255 Stunden rund 33 Prozent über dem langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990.
Die Temperatur lag im Monatsmittel bei 17,8 Grad Celsius und damit deutlich über dem langjährigen Mittel von 16 Grad Celsius. Zur Monatsmitte hatte eine Hitzewelle in Thüringen örtlich Temperaturen von bis zu 36 Grad Celsius gebracht - insbesondere um Artern und Sondershausen sowie im Thüringer Becken, heißt es weiter.
Artern stellt mit fast 38 Grad den bisherigen Hitzerekord
Gleichzeitig war es im August in Thüringen zu trocken: Der Monatsniederschlag lag mit 46 Liter je Quadratmeter um rund ein Drittel unter dem Soll (69 Liter je Quadratmeter). Während es in Bereichen des Thüringer Waldes noch nahezu ausreichend Regen gab, war es laut DWD insbesondere in Ostthüringen zu trocken. Dort fielen über den Monat August örtlich teils nur 25 Liter je Quadratmeter.
Auch insgesamt war der Sommer in Thüringen demnach besonders sonnig, zu warm und zu trocken: Der Juni war sogar 3,1 Grad wärmer als das langjährige Mittel im Referenzzeitraum 1961 bis 1990. Eine Hitzewelle Anfang Juli brachte in Artern Temperaturen bis 37,9 Grad - der bisherige Rekordwert in diesem Jahr.
Die Trockenheit konnte auch der vergleichsweise nasse Juli nicht wettmachen: Mit durchschnittlich 177 Liter pro Quadratmeter fiel deutlich weniger Regen als im langjährigen Mittel von 210 Liter pro Quadratmeter. Die Sonnenscheindauer lag mit durchschnittlich 714 Stunden rund 21 Prozent über dem Mittel.
Auch bundesweit warm, trocken und übermäßig sonnig
Damit deckt sich die Sommerbilanz in Thüringen auch mit dem Fazit für Deutschland insgesamt: Denn der deutsche Sommer ist laut DWD ebenfalls warm, lange Zeit trocken und übermäßig sonnig gewesen. Ein „relativ kühler und ausgesprochen nasser“ Juli milderte die Trockenheit zwischenzeitlich.
Dennoch: Bundesweit fielen in diesem Sommer, also den Monaten Juni, Juli und August, rund 227 Liter pro Quadratmeter Regen und damit etwa fünf Prozent weniger als im langjährigen Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990. Die Temperatur habe in den drei Monaten im Mittel 18,3 Grad betragen und lag damit 2,0 Grad über dem langjährigen Mittel.