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Unwetter in Südeuropa Sturmtief setzt Teil Südspaniens und Portugals unter Wasser

Flüsse reißen Menschen mit, eine Kleinstadt muss komplett evakuiert werden – das Sturmtief „Leonardo“ wütet in Südspanien und Portugal.

Von dpa Aktualisiert: 05.02.2026, 18:53
Der Atlantiksturm „Leonardo“ hat mit Starkregen und Orkanböen Überschwemmungen in Portugal und wie hier in Südspanien ausgelöst.
Der Atlantiksturm „Leonardo“ hat mit Starkregen und Orkanböen Überschwemmungen in Portugal und wie hier in Südspanien ausgelöst. Francisco J. Olmo/EUROPA PRESS/dpa

Lissabon - Das Sturmtief „Leonardo“ hat in Portugal und Südspanien mit Starkregen und Orkanböen für Überschwemmungen, Erdrutsche und erhebliche Schäden an Gebäuden und Straßen gesorgt. In Portugal kam ein 70-Jähriger ums Leben, der mit seinem Auto in einen Hochwasser führenden Fluss geriet, in Spanien blieb die Suche nach einer Frau erfolglos, die in der Region Málaga von Wassermassen des Flusses Turvilla mitgerissen wurde.

Räumung einer ganzen Kleinstadt

Im spanischen Andalusien ordneten die Behörden die Evakuierung einer gesamten Kleinstadt an. Binnen einer Woche seien in der Stadt Grazalema 800 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen. Angesichts des mit Wasser gesättigten Erdreichs könne die Stabilität von Mauern und Abhängen in dem Ort nicht mehr garantiert werden, berichtete der staatliche spanische TV-Sender RTVE.

In der bei Touristen beliebten Regionalhauptstadt Sevilla stürzte am frühen Morgen durch den Sturm eine der schweren Lilientöpfe vom Glockenturm La Giralda der Kathedrale in die Tiefe. Wie durch ein Wunder kam niemand zu Schaden. In ganz Südspanien traten Flüsse über die Ufer und Tausende Menschen mussten in großer Hast aus ihren Häusern fliehen. Der Zugverkehr kam zum Erliegen und auch viele Straßen waren nicht mehr passierbar.

Diskussion in Portugal um Verschiebung der Präsidentenwahl

In Portugal forderte einer der beiden Kandidaten für die am Sonntag geplante Stichwahl um das Präsidentenamt, der Rechtspopulist André Ventura, eine Verschiebung der Wahl. Der staatliche TV-Sender RTP berichtete jedoch unter Hinweis auf das Wahlgesetz, eine Verschiebung sei nicht landesweit, sondern nur in besonders betroffenen Gemeinden möglich.

Viele Orte und Straßen vor allem entlang von Flüssen, die über die Ufer traten, standen unter Wasser. Wirtschaftsminister Manuel Castro Almeida schätzte die durch den Extremsturm „Kristin“ vergangene Woche angerichteten Schäden auf mehr als vier Milliarden Euro. Mit dem Tod des 70-jährigen Autofahrers erhöhte sich die Zahl der seit vergangener Woche durch Stürme ums Leben gekommenen Menschen auf elf. Auch für die kommenden Tage wurden weitere Unwetter befürchtet.