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Kriminalität Tödlicher Raubüberfall auf Senior: 22-Jährige vor Gericht

Ein 88-Jähriger will aus Nächstenliebe helfen. Doch mehrere Frauen, die sich auf der Straße als bedürftig ausgeben, haben einen perfiden Plan. Von fünf mutmaßlichen Täterinnen gehen Ermittler aus.

Von dpa 10.02.2026, 13:37
Nach dem Tod eines 88-Jährigen, der laut Anklage mit Tabletten in einem Getränk betäubt und ausgeraubt wurde, steht in einem zweiten Prozess eine 22-Jährige vor Gericht. (Symbolbild)
Nach dem Tod eines 88-Jährigen, der laut Anklage mit Tabletten in einem Getränk betäubt und ausgeraubt wurde, steht in einem zweiten Prozess eine 22-Jährige vor Gericht. (Symbolbild) Jens Kalaene/dpa

Berlin - Rund drei Jahre nach einem tödlichen Raubüberfall auf einen 88 Jahre alten Mann steht eine 22-Jährige vor dem Berliner Landgericht. Sie soll eine von fünf Frauen gewesen sein, die sich Zugang zur Wohnung des Seniors verschafft, ihn mit Tabletten in einem Getränk betäubt und beraubt haben sollen. Der Senior war laut Ermittlungen etwa sechs Wochen nach dem mutmaßlichen Überfall an den Folgen der Tat gestorben.

Die Anklage lautete unter anderem auf schweren Raub, Raub mit Todesfolge und gefährliche Körperverletzung. In einem ersten Prozess waren vier 25- bis 30-jährige Frauen, die wie die 22-Jährige aus Rumänien stammen, zu Haftstrafen zwischen viereinhalb und elf Jahren verurteilt worden. Sie seien bereits Mütter mit Verantwortung gewesen „und hatten trotzdem nichts anderes zu tun, als durch Europa zu ziehen und alte Menschen auszunehmen unter Ausnutzung von Gutmütigkeit“, stand für das Landgericht im Mai 2025 fest. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Angeklagte in Italien festgenommen

Die 22-Jährige, die im August 2025 in Italien festgenommen worden war, wies im aktuellen Prozess die Vorwürfe zurück. Sie habe nichts von Tabletten gewusst und auch nicht die Wohnung des Mannes durchsucht, erklärte sie über ihren Anwalt. Den Senior habe sie kennengelernt, als sie vor einer Sparkasse gebettelt habe. Er habe ihr etwas Geld gegeben und ihr mehrmals gestattet, in seiner Wohnung in Berlin-Friedrichshain ihr Mobiltelefon aufzuladen.

Bei der Tat am 26. Februar 2023 soll sich zunächst eine der bereits verurteilten Frauen Zugang zur Wohnung des Mannes verschafft und ihm heimlich zerstoßene Tabletten in ein Getränk gemischt haben. Als er bewusstlos gewesen sei, habe sie die 22-Jährige und weitere Komplizinnen informiert, so die Anklage. Sie hätten unter anderem eine EC-Karte, Bargeld und Goldmünzen entwendet. Die mutmaßlichen Täterinnen hätten mögliche tödliche Folgen solcher Medikamente bei betagten und vorerkrankten Menschen grob missachtet.

Die Angeklagte erklärte weiter, sie habe lediglich eine Bekannte zur Wohnung des 88-Jährigen begleitet. Er habe schlafend auf dem Bett gelegen. Darüber habe sie sich gewundert. Andere Frauen hätten die Wohnung durchsucht und Dinge in eine Tüte gesteckt. In den Tagen danach habe sie sich gewundert, dass der Mann nicht mehr zur Sparkasse gekommen sei. Für den Prozess sind bislang sieben weitere Tage bis zum 6. März terminiert.