Darknet

Sie kommen alle aus Deutschland: Betreiber und User von Kinderporno-Seite festgenommen

Nach einer Razzia wurden in Deutschland drei Männer im Zusammenhang mit der Kinderpornografie-Plattform "Boystown" festgenommen. Die Seite hatte rund 400.000 Mitglieder.

Von Nico Esche

Berlin. Eine der weltweit größten Kinderpornografie-Plattformen im Darknet wurde zerschlagen. Das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden teilte am Montag mit, dass zwei mutmaßliche Betreiber der  Darknet-Plattform "Boystown" festgenommen wurden. Auch ein User der Seite wurde von der Polizei festgesetzt.

Auf "Boystown" sollen kinderpornografische Inhalte geteilt worden sein. Zuletzt zählte die Plattform rund 400.000 Mitglieder. Ein weiterer mutmaßlicher Betreiber wird in Paraguay mit internationalen Haftbefehl gesucht.

Laut BKA handelt es sich bei den drei Hauptbeschuldigten um einen 40-Jährigen aus Paderborn, einem 49-Jährigen aus dem Landkreis München und einen 58-Jährigen aus Norddeutschland. Letzterer lebt seit mehreren Jahren in Südamerika. Der Vorwurf: Die drei Männer sollen die kinderpornografische Plattform "Boystown" betrieben haben.

User wurde festgenommen

Der dritte Mann, der festgenommen wurde, soll sich im Juli 2019 als Mitglied auf der Plattform angemeldet und dort mehr als 3500 Beiträge mit kinderpornografischen Inhalt gepostet haben. Der Mann stammt aus Hamburg.

Die Beschuldigten befinden sich seit Mitte April in Untersuchungshaft. Zur selben Zeit wurden bei einer groß angelegten und monatelang geplanten Razzia sieben Objekte in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg durchsucht. Eine Taskforce aus Deutschland ermittelte unter der Koordination der EU-Polizeibehörde Europol. Die Plattform "Boystown" wurde abgeschaltet.

Auf "Boystown" wurden laut Angaben der Ermittler hauptsächlich Missbrauchsaufnahmen von Jungen ausgetauscht. Zudem hatten Mitglieder die Möglichkeit sich in Chatrooms auszutauschen. Die Plattform soll seit mindestens Juni 2019 online gewesen sein. Zu erreichen war sie im Darknet.