Schülerbeförderung Warnstreik im ÖPNV - Was für Eltern und Schüler nun gilt
Die Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr könnten mancherorts auch die Schülerbeförderung treffen. Doch was, wenn Kinder und Jugendliche nicht zum Unterricht kommen?

Erfurt - Für Freitag und Samstag sind im öffentlichen Personennahverkehr in Thüringen Warnstreiks angekündigt. Auch der Schülerverkehr könnte mancherorts betroffen sein. So hatten beispielsweise die Erfurter Verkehrsbetriebe mitgeteilt, dass der Nahverkehr in Erfurt „vollständig zum Erliegen“ komme und: „Auch der Schülerverkehr ist von den Ausfällen betroffen.“ Auch die Stadtwerke Nordhausen teilten mit, dass es zu Einschränkungen im Schülerverkehr geben könnte.
Etliche Landkreise nicht betroffen
Andere Landkreise gaben aber Entwarnung. Der Saale-Orla-Kreis sei etwa nicht betroffen, teilte das Landratsamt auf Anfrage mit. Ebenso gebe es bei den Busunternehmen des Landkreises Greiz keine Auswirkungen: „Der Verkehr rollt fahrplanmäßig“, hieß es vom Landratsamt. Auch der Landkreis Gotha rechnet nicht mit Auswirkungen. Im Wartburgkreis sollen alle Buslinien und damit auch die Schülerbeförderung planmäßig funktionieren.
Schulpflicht bleibt
Doch was gilt, wenn Schülerinnen und Schüler wegen Ausfällen oder Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr den Weg zur Schule nicht schaffen?
„Die Schulen sind geöffnet“, teilte ein Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums auf Anfrage mit. Die Schulpflicht gilt weiter. Eltern seien daher aufgerufen, sich über die Situation vor Ort zu informieren und gegebenenfalls Alternativlösungen zu finden. „Die Schulpflicht ist nicht ausgesetzt, in der Praxis ist aber zu erwarten, dass Schulleitungen mit Augenmaß handeln“, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.
Distanzunterricht möglich
Zuständig für die Schülerbeförderung sind in Thüringen die Landkreise und kreisfreien Städte. Oft stimmten sich Landratsamt, Schulamt und Verkehrsträger ab, ob beispielsweise Schülerbeförderungen vom Streik ausgenommen werden könnten. Sollte es zu Ausfällen kommen, könnten laut Ministerium auch Möglichkeiten von Distanzunterricht geprüft werden.
Kein unentschuldigtes Fehlen
„Sollten Schülerinnen und Schüler die Schule trotz entsprechender Bemühungen der Eltern aufgrund des Streiks nicht erreichen können, so ist dies nicht als unentschuldigtes Fehlen zu werten“, heißt es aus dem Bildungsministerium.
Nahverkehr in Städten und auf dem Land betroffen
In Thüringen ruft die Gewerkschaft Verdi sowohl für Freitag als auch Samstag zum Ausstand auf. Neben der EVAG in Erfurt sind auch der Nahverkehr in Jena sowie Regionalbusse in den Saale-Holzland-Kreis und die Verkehrsbetriebe in Nordhausen, Gera und Weimar betroffen. Auch Regionalbusse im Unstrut-Hainich-Kreis und im Kyffhäuserkreis, sowie die Stadtbus-Gesellschaft Mühlhausen und Sondershausen sowie die Thüringer Wald- und Straßenbahn in Gotha werden bestreikt. In Südthüringen fahren hingegen weiter viele Busse, so die Gewerkschaft.