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Tarifverhandlungen Warnstreik trifft erneut kommunale Kitas

Wieder legen Erzieherinnen und Erzieher in Berlin ihre Arbeit nieder. Was sie fordern und wie die Bildungsverwaltung den Warnstreik bewertet.

Von dpa 27.01.2026, 13:13
Im öffentlichen Dienst Berlins riefen Gewerkschaften seit Dezember schon mehrfach zu Warnstreiks auf, um ihre Tarifforderungen zu untermauern. (Archivbild)
Im öffentlichen Dienst Berlins riefen Gewerkschaften seit Dezember schon mehrfach zu Warnstreiks auf, um ihre Tarifforderungen zu untermauern. (Archivbild) Britta Pedersen/dpa

Berlin - Im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder haben in Berlin erneut Beschäftigte kommunaler Kitas ihre Arbeit niedergelegt. Rund 1.100 streikende Erzieherinnen und Erzieher zogen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi vor die Bildungsverwaltung und vor das Rote Rathaus, um ihre Forderung nach besserer Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen zu untermauern. 

Die landeseigenen Kitas, die in Berlin nur einen kleineren Teil der Kinderbetreuungseinrichtungen ausmachen, wurden in der laufenden Tarifrunde seit Mitte Dezember schon mehrfach bestreikt. Die Bildungsverwaltung von Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaften, das erhebliche Belastungen für Kinder und Eltern zur Folge habe. 

Kritik der Bildungsverwaltung

„Viele Familien müssen kurzfristig alternative Betreuungsmöglichkeiten organisieren, Kinder verlieren Verlässlichkeit und Stabilität im Alltag“, erklärte die Bildungsverwaltung. „Die wiederholten Arbeitsniederlegungen treffen damit genau jene, die auf eine funktionierende öffentliche Kinderbetreuung angewiesen sind.“ 

Tarifverhandlungen seien legitim, dürften aber nicht dauerhaft auf dem Rücken der Kinder und Familien ausgetragen werden. „Problematisch wird es vor allem dort, wo diese tariflichen Auseinandersetzungen mit zusätzlichen politischen Forderungen verknüpft werden.“ Dabei sei der Personalschlüssel für Kita-Kinder bis drei Jahre gerade verbessert worden, und Kürzungen im Kitabereich stünden nicht zur Debatte, versicherte die Bildungsverwaltung. 

Verdi spricht von „Nebelkerzen“

Ein Verdi-Sprecher warf Günther-Wünsch vor, „Nebelkerzen“ zu zünden. „Statt die zurückgehenden Kinderzahlen für eine Verbesserung der Situation in den Kitas zu nutzen, spart der Senat beim Personal.“ Beschäftigte könnten den Ansprüchen an ihre Arbeit daher nicht mehr gerecht werden. Es sei selbstverständlich, dies neben der Forderung nach einer besseren Bezahlung auch zu adressieren. 

Deutliches Gehaltsplus gefordert

Verdi und andere Gewerkschaften fordern in den Tarifverhandlungen sieben Prozent mehr Geld im Monat, zur Stärkung unterer Lohngruppen mindestens 300 Euro. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), zu der auch Berlin gehört, wies das als unbezahlbar zu hoch zurück. Die Gewerkschaften werfen den Ländern vor, kein Angebot vorgelegt zu haben. Mit weiteren Warnstreiks bis zur dritten Verhandlungsrunde vom 11. bis zum 13. Februar ist zu rechnen.

In Berlin geht es schon am Mittwoch weiter: An einem bundesweiten Campus-Warnstreiktag beteiligen sich nach Angaben der Gewerkschaften Verdi und GEW auch Beschäftigte aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Berlin. Geplant ist eine Kundgebung um 12.00 Uhr am Bebelplatz vor der Humboldt-Universität. Für Donnerstag sind Auszubildende und Studierende im öffentlichen Dienst Berlins zu einem Warnstreik aufgerufen.