Metropolregion Nordwest Welche Projekte im Nordwesten zur Energiewende beitragen
Ob Ammoniak im Hafen, Recycling auf dem Bau oder neue Wärmenetze: Die Länder Bremen und Niedersachsen fördern Projekte für die Energiewende. Was hinter den Ideen steckt.

Bremen - Hohe Emissionen in der Schifffahrt, Verschwendung von Baumaterialien und wenig Akzeptanz für erneuerbare Energien: Wie soll so die Energiewende gelingen? Eine Übersicht über drei geförderte Projekte, die in der Metropolregion Nordwest dazu beitragen sollen:
Sicherheitskonzept für Ammoniak in Häfen
Ammoniak ist wichtig für die Dekarbonisierung der Schifffahrt. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2050 rund 30 Prozent aller Schiffe mit Ammoniak angetrieben werden. Der Stoff lässt sich günstig herstellen, bei seiner Verbrennung entstehen keine CO2- und Schwefelemissionen. Doch es gibt ein Problem: Ammoniak ist giftig und die Häfen haben noch kaum Erfahrungen im Umgang mit dem Stoff.
Das soll sich an den Standorten in Bremerhaven und Wilhelmshaven ändern. Im Rahmen eines Projekts sollen die Risiken bewertet und Konzepte für das Bunkern von Ammoniak entwickelt werden. „Die Sicherheit von Mensch und Umwelt muss natürlich gewährleistet sein“, betonte Nadja Köppen, Referentin im Bremer Hafenressort. Das Projekt wird mit mehr als 77.000 Euro von Niedersachsen und Bremen gefördert.
Weniger Verschwendung beim Bauen
Beim Bauen werden viele Ressourcen verbraucht. Bisher werden wertvolle Materialien wie Ziegel oder mineralische Baureststoffe überwiegend im Straßen- und Erdbau eingesetzt, aber kaum im Hochbau. Hier setzt das „Reallabor Urban Mining“ an: Materialien sollen wiederverwendet werden.
„Wir machen aus Abfall wieder neue Produkte“, sagte Ute Dechantsreiter, die als Architektin auf nachhaltiges Bauen spezialisiert ist. So soll beispielsweise geprüft werden, ob sich Bauschutt für die Herstellung von Mörtel eignet.
Ein Reallabor entsteht gerade im geplanten neuen Oldenburger Stadtteil Fliegerhorst. Dort sollen Materialien aus bisherigen Bauten überprüft und wenn möglich für Sanierungen oder Neubauten wiederverwendet werden. Niedersachsen und Bremen fördern das Projekt mit mehr als 117.000 Euro.
Anwohner bei Wärmeversorgung einbinden
Bürgerinnen und Bürger sollen die Wärmewende in der Region selbst gestalten. Für das Projekt „ErdwäME“ haben sich die Städte Delmenhorst, Wilhelmshaven, Oldenburg und Varel (Landkreis Friesland) mit der Bremer Energiegenossenschaft „ErdwärmeDich“ zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Wärmeversorgung soll in der Stadt und auf dem Land möglichst ohne CO2 funktionieren - günstig, stabil und mit Beteiligung der Anwohner.
Ein Pilotprojekt läuft schon in Bremen: In der Humboldtstraße wird Wärme mit rund 15 Grad zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. In den Häusern heben Wärmepumpen die Wassertemperatur dann an.
„Wir haben so viel Erfahrung gesammelt in den letzten zweieinhalb Jahren, dass es jetzt an der Zeit ist, diese Erfahrungen weiterzugeben“, meint Wilhelm Friedmann von der Genossenschaft „ErdwärmeDich“. Der Anspruch sei, Handwerker, Firmen und Anwohner zu vernetzen und Wärme für alle bereitzustellen. Die Länder Bremen und Niedersachsen unterstützen das Projekt mit mehr als 109.000 Euro.