Wahlen

Wirtschaft warnt vor Hängepartie nach der Wahl

Von dpa 27.09.2021, 13:59 • Aktualisiert: 27.09.2021, 14:05

München - Die bayerische Wirtschaft warnt vor einer politischen Hängepartie nach der knappen Bundestagswahl. Angesichts der drängenden Herausforderungen könne man sich „kein langes Tauziehen leisten“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt am Montag. Klaus Josef Lutz, Präsident des Industrie- und Handelskammertags (BIHK), warnte: Zähe und ideologisch geführte Gespräche zwischen den Parteien nutzten niemandem. Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl forderte: „Schnell eine handlungsfähige Regierung bilden.“

Lutz, der auch Chef des Agrarkonzerns Baywa ist, forderte Tempo und Gestaltungswillen um die großen Baustellen anzugehen. Die Unternehmen wollten, dass die neue Bundesregierung staatliche Strukturen und Prozesse entschlacke, digitalisiere und beschleunige.
„Die Pandemie hat uns schonungslos die Versäumnisse vor Augen geführt und gezeigt: Es ist Zeit für umfassende Erneuerung.“

Handwerkspräsident Peteranderl betonte: „Herausforderungen wie die Corona-Pandemie, der Klimawandel, die Steuer- und Abgabenlast oder der Fachkräftemangel erfordern eine handlungsfähige Regierung.“ Das Land brauche „pragmatische Lösungen“, monatelangen Stillstand könne man sich nicht leisten.

Brossardt nannte als dringendste Herausforderungen die Digitalisierung und die Dekarbonisierung - also die Abkehr von einer auf dem Ausstoß von CO2 basierenden Wirtschaft.