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Fußball-Bundesliga Wolfsburg sauer wegen spätem Elfmeter - „Ist billig“

Frankfurt und Wolfsburg liefern sich ein zähes Bundesliga-Duell mit nur wenigen Höhepunkten. Aufregung gibt es in der Nachspielzeit, als sich der Video-Schiedsrichter einschaltet.

Von Christian Johner, dpa Aktualisiert: 30.11.2025, 20:14
Lieferten sich eine umkämpfte Partie: Eintracht Frankfurt um Ritsu Doan (l) und der VfL Wolfsburg um Patrick Wimmer (r).
Lieferten sich eine umkämpfte Partie: Eintracht Frankfurt um Ritsu Doan (l) und der VfL Wolfsburg um Patrick Wimmer (r). Thomas Frey/dpa

Frankfurt/Main - Wolfsburgs Starspieler Christian Eriksen verstand die Welt nicht mehr. „Ich denke, das ist sehr billig. Wenn das ein Elfmeter ist, sind es lustige Spiele. Dann gibt es zehn Elfmeter in jedem Spiel“, sagte der Däne mit Blick auf die umstrittene Elfmeter-Entscheidung in der Nachspielzeit, die den VfL beim 1:1 (0:0) in Frankfurt zwei Punkte gekostet hatte.

Was war passiert? Denis Vavro hatte dem Eintracht-Profi Arthur Theate an den Haar-Zopf gegriffen, aber nicht wirklich gepackt. Dazu gab es mit dem Fuß einen Kontakt, sodass der Frankfurter zu Boden ging. Nach Intervention des Video-Schiedsrichters gab es schließlich Elfmeter, den Michy Batshuayi verwandelte (90.+6). „Das ist schwer zu akzeptieren. Das tut mir unglaublich weh für die Mannschaft“, haderte Wolfsburgs Interimscoach Daniel Bauer bei DAZN.

Schiedsrichter Harm Osmers rechtfertigte indes seine Entscheidung. „Auf dem Spielfeld habe ich es gar nicht wahrgenommen. Wir haben zwei Vergehen, die stattfinden. Für mich war am Ende das Fußvergehen deutlich und das Haareziehen ist auch nicht gerade geschickt“, meinte der Referee.

Punkt hilft beiden Teams nicht

Aaron Zehnter hatte die Niedersachsen zunächst in Führung gebracht (67. Minute). Wirklich weiter hilft das Unentschieden beiden Teams aber nicht. Für die Wolfsburger war es nach zuvor vier Pflichtspiel-Niederlagen am Stück immerhin ein kleines Achtungszeichen. Wirklich Luft im Abstiegskampf verschafften sich die Niedersachsen im zweiten Spiel unter Interimscoach Daniel Bauer aber nicht.

Die Eintracht erlebte vier Tage nach dem 0:3 in der Königsklasse gegen Atalanta Bergamo die nächste Enttäuschung in einem Heimspiel. Die Hessen blieben aber zumindest in der sechsten Partie in Folge in der Liga ungeschlagen.

Knauff ersetzt Burkardt als Sturmspitze

Die Eintracht musste wegen einer Muskelverletzung auf Top-Torjäger Jonathan Burkardt verzichten. Der Nationalstürmer fällt auch noch für den Rest des Jahres aus. Die große Frage war vor der Partie deshalb: Wen stellt Coach Dino Toppmöller im Angriff auf - Transfer-Flop Elye Wahi oder Routinier Michy Batshuayi? Die Antwort: keinen von beiden. Statt Wahi, der aus sportlichen Gründen nicht mal im Kader stand, oder Batshuayi rückte Ansgar Knauff in die Sturmspitze.

Die Partie vor 58.000 Zuschauern begann mit einem Schweigen in den ersten zwölf Minuten auf den Rängen. Beide Fanlager protestierten damit wie auch schon in anderen Stadien an diesem Wochenende erneut gegen die geplanten strengeren Sicherheitsmaßnahmen der Innenministerinnen und Innenminister.

Götze vergibt für die Eintracht, Amoura für den VfL

Auch auf dem Platz selbst tat sich zunächst nicht viel. Beide Teams begannen fahrig, wobei sich die Eintracht noch ein wenig aktiver präsentierte. Die beste Gelegenheit in der Anfangsphase vergab Mario Götze, dessen Schuss knapp am rechten Pfosten vorbeiging (12.).

Die Wolfsburger, die insgesamt sehr abwartend agierten, mussten auf ihre erste nennenswerte Gelegenheit bis zur 22. Minute warten. Nach einer feinen Hereingabe von Christian Eriksen setzte Mohamed Amoura den Ball frei vor Eintracht-Torwart Michael Zetterer über das Tor.

In einer über weite Strecken trostlosen ersten Hälfte kamen die Frankfurter kurz vor der Pause zu ihrer ersten Drangphase. Eintrachts Offensivspieler Ritsu Doan scheiterte aus spitzem Winkel an VfL-Keeper Kamil Grabara (40.). Kurz darauf rettete Yannick Gerhardt den Wölfen das 0:0, als er einen Schuss von Arthur Theate kurz vor der Linie abwehren konnte (42.).

Zetterer erst unsicher, dann mit starker Parade

Nach dem Seitenwechsel forderten die Frankfurter nach einem Kontakt von Lovro Majer an Knauff Elfmeter (55.). Die Berührung reichte aber weder Schiedsrichter Harm Osmers noch dem VAR für einen Strafstoß aus.

Die erste Chance der zweiten Hälfte hatten die Gäste. Einen wuchtigen Distanzschuss von Eriksen konnte Zetterer nur nach vorne abklatschen, den Abpraller von Amoura parierte er dann aber mit einer Fußabwehr glänzend (59.).

Besser als Amoura machte es Zehnter, der die Wolfsburger für eine Leistungssteigerung in den zweiten 45 Minuten mit einem satten Abschluss belohnte. Die Frankfurter bemühten sich in der Schlussphase um den Ausgleich und wurden erst durch den umstrittenen Elfmeter belohnt.