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Schließung in Erfurt Zalando-Betriebsrat: Sicherheitskontrollen überzogen

Die Beschäftigten des von Schließung bedrohten Zalando-Logistikzentrums treffen sich zur ersten Betriebsversammlung nach der Entscheidung des Unternehmens. Der Betriebsrat befürchtet zu viel Security.

Von dpa 05.02.2026, 14:36
Bei der Betriebsversammlung geht es um die berufliche Zukunft der 2.700 Beschäftigten des Internet-Modehändlers in Erfurt. (Symbolbild)
Bei der Betriebsversammlung geht es um die berufliche Zukunft der 2.700 Beschäftigten des Internet-Modehändlers in Erfurt. (Symbolbild) Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Erfurt - Der Betriebsrat des Zalando-Logistikzentrums befürchtet überzogene Sicherheitsvorkehrungen des Unternehmens bei der ersten Betriebsversammlung nach dem angekündigten Standort-Aus. Es sei mit vielen Sicherheitskräften, Taschenkontrollen und möglicherweise Scannern zu rechnen, sagte der Zalando-Betriebsratsvorsitzende Tony Krause der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. „Wir halten das für völlig überzogen.“

Krause verwies darauf, dass das Unternehmen bereits bei der Verkündung der Standortschließung Anfang Januar extreme Sicherheitsvorkehrungen getroffen habe. Es seien Fenstergriffe entfernt und etwa 50 zusätzliche Sicherheitsleute, aber auch Sanitäter eingesetzt worden. „Wir haben uns gegen so ein Sicherheitskonzept ausgesprochen“, so der Arbeitnehmervertreter. Wegen der Betriebsversammlung ruht nach Betriebsratsangaben am Donnerstag die Arbeit in dem Logistikzentrum.

Unternehmen verteidigt Sicherheitsvorkehrungen 

Ein Unternehmenssprecher von Zalando sagte auf Anfrage zu den Sicherheitsvorkehrungen, der Arbeitgeber habe eine Fürsorgepflicht und stehe bei Vorfällen auch in der Haftung. „Sicherheit geht vor“. Deshalb sei dieses Konzept gewählt worden. 

Bei der Betriebsversammlung geht es um die berufliche Zukunft der 2.700 Beschäftigten des Internet-Modehändlers in Erfurt. Der Betriebsrat hat - um allen Platz zu bieten - eine Messehalle in Erfurt gemietet. Zu der Betriebsversammlung werden auch mehrere Landespolitiker erwartet, nach Angaben der Staatskanzlei auch Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). 

Vor der Betriebsversammlung erklärte die Arbeitnehmervertretung: „Wir sind maßlos enttäuscht darüber, dass uns über Monate hinweg das Vertrauen in Stabilität vermittelt wurde, nur um dann völlig unerwartet das Gegenteil zu erfahren.“ Ziel des Betriebsrats sei, Gerechtigkeit und faire Regelungen für die Betroffenen zu schaffen. Er werde dafür sein Mitbestimmungsrecht einfordern.