Zerbst l Die Parksituation am Weinberg ist unzureichend und nicht zufriedenstellend – weder für Bürger, noch aus Sicht der Verwaltung. Verschiedene Anwohner der Straße waren in der Redaktion und beschwerten sich, allerdings aus völlig unterschiedlichen Beweggründen.

Viele Beschwerden

Die einen beklagten sich, dass seit Ende September 2017 auf ihrer Straßenseite ein absolutes Halteverbot gesetzt wurde. 25 Jahre oder mehr hätten sie vor der Tür geparkt und nun sei das nicht mehr möglich.

Den Ärger kann Ortdnungsamtsleiterin Kerstin Gudella verstehen, doch ginge es nicht anders. Die BWZ, Besitzer des Wohnblockes an der Ecke Brüderstraße/Weinberg, gegenüber dem Francisceum, hatte darauf aufmerksam gemacht, wenn dort einseitig in der Straße geparkt wird, könnte kein Brandschutz für den Wohnblock garantiert werden. „Es passt kein Feuerwehrauto um die Kurve, um hinter den Block zu kommen“, erklärt die Ordnungsamtschefin. Es musste sofort gehandelt werden.

Angst, dass Rettung nicht die Häuser erreicht

Weiter hinten Am Weinberg gibt es kein Parkverbot. Das wiederum ärgert dort einen Anwohner. „Wenn hier so dicht geparkt wird, kommt kein Rettungswagen durch, wenn einem mal was passiert“, argumentiert er.

„Die schwierige Situation dort ist uns bekannt“, sagt Gudella. Man hätte auch schon einen Termin vor Ort gehabt. Bereits 2016 wollte man hier Abhilfe schaffen und zusätzliche Flächen zum Parken ermöglichen. „Dazu fragten wir bei der Wohnungsbaugenossenschaft Frohe Zukunft an, ob der Grünstreifen vor ihrem Block (Lage Lüttge Brüderstraße) dafür genutzt werden könnte. Die Fläche würde für etwa 30 Parkplätze reichen“, erklärt Gudella. Mehr als jetzt Autos Am Weinberg parken.

Eine freie Nutzung wollte die Genossenschaft nicht erteilen. „Kostenfrei kann ich das nicht bei einer Genossenschaft rausgeben. Zu einem Verkauf zum günstigen Preis wären wir bereit gewesen, da wir Gebiete beim Wegeberg auch günstig von der Stadt bekommen haben. Es gab ein Angebot, darauf gab es keine Reaktion oder Nachverhandlungen“, so Knuth Jakob, Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft. Für eine Kaufvariante reichte es 2016 in der Stadtkasse nicht. Neueste Idee: „Wir könnten uns auch vorstellen, die Fläche selbst zum Parkplatz auszubauen und sie der Stadt zu vermieten“, so Jacob.

Aber nicht nur Am Weinberg ist es schwierig zu parken. Generell wären in diesem Gebiet die Parkflächen rar, weiß Gudella. Allein durch den Betrieb am Francisceum, würden viele mit Auto anreisen. Auf dem Schulgelände selbst gibt es eine Parkfläche. „Hier ist Platz für 20 Autos von Lehrern, aber die reichen nicht einmal für uns, wenn unsere Lehrer zwischen den beiden Schul-standorten pendeln und Materialen transportieren müssen“, sagt Schulleiterin Veronika Schimmel. Außerdem würde man noch Platz für die Schüler haben, die mit Motorrad anreisen. Alle anderen müssten einen Parkplatz auf der Straße finden.

Förderbewilligung

Die Situation ist also verfahren. Eine Lösung scheint jetzt aber durch ein Bauvorhaben in 2020/21 in Sicht, denn da soll die Lüttge Brüderstraße und das letzte Ende vom Weinberg grundhaft saniert werden. Die Zusage für Fördermittel für den Stadtumbau sind bereits zugesagt. „Diese Zusage bringt uns Planungssicherheit und ändert damit die Ausgangssituation, die wir noch 2016 hatten. Daher wollen wir nicht bis 2020 warten. Zumindest was die Parkplätze angeht, wollen wir jetzt handeln. Die Verwaltung wird jetzt die Kauf- und Mietoptionen der Wohnungsbaugenossenschaft prüfen und die beste Variante herausfinden. Diese soll dann so schnell wie möglich dem Stadtrat vorgelegt werden. Bei einer positiven Entscheidung, können die Flächen dann schon viel eher genutzt werden“, informierte Bürgermeister Andreas Dittmann über den neuesten Stand der Entwicklungen.