Stendal l Auch wenn er nicht in der Altmark geboren und hier aufgewachsen ist, hat Patrick Puhlmann mittlerweile im Norden Sachsen-Anhalts seine neue Heimat gefunden. Geboren wurde er 1983 im Süden des späteren Bundeslandes, in der Lutherstadt Wittenberg.

Auf die Welt gebracht hat den heutigen Sozialdemokraten übri­gens ein prominenter Christdemokrat: Wolfgang Böhmer. Zu der Zeit war der spätere Ministerpräsident Sachsen-Anhalts noch Chefarzt am Krankenhaus Paul-Gerhardt-Stift in Wittenberg.

Seine Kindheit und Jugend erlebte Puhlmann in Coswig und in Griebo, beides im heutigen Landkreis Wittenberg gelegen. Eine Maxime, hinter der er auch heute noch steht, begleitet ihn seit Schülertagen: „Man muss über den Tellerrand hinausschauen.“

Für den Gymnasiasten hieß das im Jahr 2000, zu einem Schüleraustausch in die USA aufzubrechen. Ein Jahr besuchte er die High School in Onalaska im Bundesstaat Wisconsin.

Zivildienst im Elsass, ein Semester in Brisba

Nachdem er 2003 das Abitur gemacht hatte, zog es Patrick Puhlmann wieder in die Ferne – aber dieses Mal nicht ganz so weit. Von 2003 bis 2004 absolvierte er den sogenannten Anderen Dienst im Ausland, vergleichbar mit dem Zivildienst, im elsässischen Orbey. Dort arbeitete er in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

An dieser Stelle könnte schon der Bogen zur späteren beruflichen Tätigkeit in der Behindertenarbeit geschlagen werden, doch einige Stationen gab es noch dazwischen: von 2004 bis 2011 Studium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Abschluss mit dem 1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Englisch und Philosophie/Ethik.

In diese Zeit fielen ein Studienstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung für herausragende Studienleistungen und gesellschaftliches Engagement sowie ein erneuter Auslandsaufenthalt. Für ein Semester ging Patrick Puhlmann an die Griffith-University im australischen Brisbane.

Nach dem Studium arbeitete der heute 36-Jährige als pädagogischer Mitarbeiter in der Behindertenhilfe bei der Lebenshilfe, erst in Erfurt, dann in Frankfurt/Main. „Ich finde es wichtig, Menschen dabei zu helfen, sich wieder zu finden.“

Im Jahr 2013 zog es ihn und seine Frau Margaret Pardo-Puhlmann aus beruflichen Gründen aus der Rhein-Main-Gegend in die Altmark: Patrick Puhlmann arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Wahlkreisbüro der SPD-Bundestagsabgeordneten Marina Kermer. Kurzzeitig nur, denn schon im Herbst 2014 wechselte er wieder in eine Einrichtung der Behindertenhilfe.

Seither arbeitet er als Teamleiter in der Borghardtstiftung Stendal, ist im Bereich des stationären Wohnens für erwachsene Menschen mit Behinderung tätig. Berufsbegleitetend absolvierte der 36-Jährige, der im Tangermünder Ortsteil Storkau wohnt, bis zu diesem Jahr ein Sozialmanagement-Masterstudium an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin und der Paritätischen Akademie Berlin.

Mitglied der SPD ist Patrick Puhlmann seit September 2002, seit 2017 steht er an der Spitze des Tangermünder Ortsvereins, zudem ist er stellvertretender Vorsitzender im Stendaler Kreisverband. Bei der Kommunalwahl im Mai hat er es in den Kreistag geschafft, dort führt er nun die SPD-Fraktion an.

Immer montags wird mit dem Chor gesungen

In seiner Freizeit setzt sich der 36-Jährige gern ans Klavier, schon als kleiner Junge hatte er dieses Instrument für sich entdeckt. Wenn er musiziert und singt, dann am liebsten gemeinsam mit anderen. „Der Chor am Montagnachmittag bei uns in der Borghardtstiftung ist für mich immer der Höhepunkt der Woche“, sagt Patrick Puhlmann.

In den kommenden Wochen und Monaten wird vermutlich weniger Gelegenheit dazu sein, sich ans Klavier zu setzen. Denn bis zum 10. November will Patrick Puhlmann ganz viel unterwegs sein, um sich und seine Ideen und Visionen für den Landkreis Stendal vorzustellen. Mit im Gepäck wird er vier Tafeln haben, aus denen sich knapp sein Wahlkampfmotto zusammensetzen lässt: „Jung – dynamisch – SDL – Zukunft machen“.

Das „jung“ stehe unter anderem für den Landkreis Stendal, der am 1. Juli seinen 25. Geburtstag gefeiert hat, die Kombination „jung und dynamisch“ stehe ebenfalls für den Landkreis, „in dem immer noch etwas im Werden ist“. Das „Zukunft machen“ sei ein Anspruch an ihn selbst, „mit Mut und Haltung gegen die Prognosen anzugehen“. Denn, so Puhlmann, es sollten nicht weitere sieben Jahre nach Lösungen und gemeinsamen Visionen gesucht werden, „sie müssen endlich auch sichtbar werden“.