Staßfurt l Also die Frage, ob man mit 53 schon in Rente gehen kann, weiß Ingrid Sura natürlich als Scherz zu werten. „Aber ab Mitte bis Ende 50 sollte man sich schonmal darum kümmern – vor allem, wenn Lücken im Versicherungskonto zu schließen sind, diese zu füllen“, steigt die Versichertenberaterin der Deutschen Rentenversicherung ernsthaft ein ins Gespräch.

Letzteres sei eigentlich immer aktuell, wenn der Rententräger dazu aufruft. „Umso ruhiger kann man der Rente entgegensehen“, meint Sura und bietet in allen Fragen rund um die Rente ihre Hilfe an. Nicht zuletzt, wenn es um Tipps geht, wo Nachweise zu finden sind, wenn es zum Beispiel einen Betrieb nicht mehr gibt. Selbst dafür wären Anträge auszufüllen. Seit April jeden Dienstag, zwischen 9 und 12 Uhr, ist Ingrid Sura im Lauratreff im Jugend- und Bürgerhaus Staßfurt-Nord (Straße der Solidarität 15) anzutreffen.

Leute sind dankbar

Dass die Leute dankbar sind für ihre Beratung, konnte Ingrid Sura bereits bei den ersten Sprechstunden auch im Lauratreff erfahren. Sie macht das übrigens bereits seit 1992 ehrenamtlich, bis vor einigen Jahren noch in der Funktion als „Versichertenälteste“.

Sie sollte sich also bestens auskennen, wenn es um Altersrenten-Versicherungsanträge für langjährig, besonders langjährig Versicherte und Regelaltersrente geht, um Anträge auf Erwerbsminderungs (aus gesundheitlichen Gründen), um Hinterbliebenenrenten und Waisen- oder Halbwaisenrenten, die Ingrid Sura mit „traurige Renten“ beschreibt.

Der „Papierkrieg“ ist nicht jedermanns Sache. „Wir sollen Hilfe in der Nachbarschaft sein“, weiß Ingrid Sura um ihre wichtige Aufgabe, „Das hat eine lange Tradition in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Wir helfen von der Antragsausstellung bis zur Abgabe des Antrags.“

Komplizierte Berechnungen

Die Berechnung des Eintrittsalters für die „Regel-Altersrente mit 65 Jahren“ ist noch relativ einfach, wobei es hier ab dem Geburtsjahr 1947 auch schon Anhebungen beim Eintrittsalter gibt.

Bei der „Rente mit 63“ (Altersrente für langjährig Versicherte) gilt‘s derweil, mit Abschlägen zu rechnen, im Regelfall mit 0,3 Prozent weniger je Monat, den man eher in Rente gehen will.

Noch komplizierter werde es bei der „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ mit einer Versicherungszeit von 45 Jahren. Da zählen beispielsweise die Pflichtbeiträge mit, die Erziehungszeit für Kinder, der Bezug von Kranken- und Verletztengeld, Wehr- und Ersatzdienst. Allerdings war die Inanspruchnahme nur für vor 1953 Geborene mit 63 möglich. Jetzt mit dem „Baujahr“ 1954 schon mit 63 plus vier Monaten und so weiter. Weitere Beispiele nebenstehend.

Einzelfallprüfung nötig

„In jedem Fall ist eine Einzelfall-Prüfung nötig“, empfiehlt Ingrid Sura, „Nicht zuletzt, weil ganz viele Gesetzesänderungen im Laufe der vergangenen Jahre zu beachten sind.“ Renten-Infos werden übrigens nicht jedes Jahr verschickt. Rentennahe Jahrgänge können dagegen eine Rentenauskunft anlassbezogen anfordern.

Natürlich kann eine Frau allein nicht die Anliegen und Sorgen aller Rentenversicherter im Salzlandkreis bewältigen. Wie erwähnt, ist sie „nur“ ehrenamtlich tätig, was heißt, dass es schon noch hauptamtliche Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung in Aschersleben gibt.

Außerdem gibt es wie Ingrid Sura weitere ehrenamtliche Versichertenberater in den ehemaligen Kreisstädten des Salzlandkreises. In ganz Deutschland wurden bei der vergangenen Sozialwahl insgesamt rund 2600 Versichertenberater gewählt.

Die ehrenamtliche Versichertenberaterin Ingrid Sura bittet um telefonische Anmeldung, um unnötige Wartezeiten auszuschließen (Tel. 03925/30 04 62).