Achsmanschetten, Zündkabel oder Unterdruckschläuche: Marder nagen vieles an. Erfahren Sie hier, wie Sie dem Raubtier den Appetit an Ihrem Auto verderben können.

Jedes Jahr gehen Marder erneut auf Streifzug - egal zu welcher Jahreszeit. Auch im Winter schlagen die Tiere gerne ihre spitzen Zähne in Kabel und Schläuche. Die bevorzugten Ziele sind Zündkabel, Kunststoffschläuche sowie Faltenbälge. Außerdem müssen Isoliermatten für die Wärmedämmung oft daran glauben. Nur was finden die Marder unter der Motorhaube so verlockend?

Motorhaube bietet gutes Versteck

Die Motorwärme hat nichts damit zu tun, dass es sich die Raubtiere im Motorraum gemütlich machen. Die Wildbiologin Beate Ludwig erklärt: "Für den Marder ist das einfach ein gutes Versteck. Dass er dort auch noch Randale macht, hat drei Gründe: Die Tiere ertasten durch Beißen ihre Umwelt, so wie es auch ein junger Hund tun würde. Dazu kommen ein natürlicher Spieltrieb und vor allem während der Paarungszeit die Aggression der Männchen." Die Folgen eines Marderschadens sind oft teuer. Zündaussetzer können den Katalysator zerstören, undichte Kühlmittelschläuche zu Motorschäden führen. Die Versicherung zahlt oft nur zum Teil, die Folgeschäden muss der Autobesitzer in den meisten Fällen selbst übernehmen.

Wenn es um Marder-Attacken geht, werden Deutschlands Autofahrer kreativ: Die Abwehrmethoden wie Säckchen mit Hunde-Haaren, Zaubersprays, stinkende Pasten oder Toilettensteine helfen nur leider nichts. Im Gegenteil: Hausmittel wie WC-Steine können sogar nach hinten losgehen: "Ein zerfließender WC-Stein kann Aluminiumteile im Motor angreifen", warnt der Leiter einer Autowerkstatt.

Elektroschocker am effektivsten

Erfolgversprechend sind dagegen andere Tricks: Ein Stück Maschendrahtzaun, das flach unter dem Wagen gelegt wird, hält den Marder davon ab, unter das Auto zu kriechen. Denn die Tiere laufen nur ungern auf dem Zaun herum. Der Zubehörhandel, beispielsweise von Auto-Teile-Unger, bietet darüber hinaus spezielle Ummantelungen an, mit denen sich Kabel schützen lassen. Bei Schläuchen und Achsmanschetten funktioniert das leider nicht. Hierfür gibt es Schutzvorrichtungen, die den Marder rein mechanisch abwehren. Volkswagen vertreibt zum Beispiel Büstenvorhänge und Bleche, die den Zugang zum Motorraum versperren. Die Nachrüstung ist allerdings nicht für alle Fahrzeuge geeignet.

Das wirksamste Universal-Mittel scheint immer noch der Elektroschocker zu sein, davon ist auch Wildbiologin Ludwig überzeugt. An den Einstiegsstellen unten im Motorraum werden Metallplättchen montiert und unter Spannung gesetzt. Berührt ein Marder eines der Plättchen, erhält er einen unangenehmen, aber den Herstellerangaben zufolge ungefährlichen Stromschlag. Der Einbau des Marderschrecks dauert circa ein bis zwei Stunden und sollte in einer Fachwerkstatt erfolgen.

Weitere Tipps zum Thema Marder und Abwehr gibt es in folgendem Video:

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