Konstanz/Berlin (dpa) l Am liebsten würde man das Jahr entspannt ausklingen lassen. Doch plötzlich muss wieder alles bis kurz vor Weihnachten fertig sein. Ganz so, als gäbe es kein 2021. Wieso überrascht uns der Trubel im Job zum Jahresende immer wieder?

„Viele wünschen sich ja, alle offenen To-dos noch vor Ende des Jahres zu erledigen, um „unbefleckt“ ins neue Jahr zu starten“, meint Julia Kröll, Psychologin beim Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG). Und generell ist es so, dass in Richtung Weihnachten faktisch einfach häufig mehr Arbeit wartet. Der Stress ist also plausibel. Mit diesen Tipps lässt er sich trotzdem reduzieren:

Gute Planung

Wir wollen es nicht hören und trotzdem stimmt es. Eine gute (Voraus-)Planung kann Stress zum Jahresende entzerren. „Es wird immer empfohlen, die To-dos für den ganzen Monat im Auge zu behalten“, sagt Kröll.

Unterstützung annehmen

Wer sich akut gestresst fühlt, sollte den Blick auf das lenken, was in den nächsten Tagen oder der nächsten Woche ansteht. „Also auf das, was ich schaffen kann“, sagt Franziska Stiegler, Leiterin des Projekts „psyGA – psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). „Wichtig ist, sich zu verdeutlichen, dass man mit den Schwierigkeiten nicht alleine ist und dass es keine Schande ist, Unterstützung in Anspruch zu nehmen.“

Privat und beruflich trennen

Die Weihnachtszeit ist auch deshalb so stressig, weil privater und beruflicher Stress zusammenkommen. Deshalb sollte man sich darauf besinnen, warum man überhaupt Weihnachten feiert und was das eigentlich Wichtige an dem Fest ist. Also etwa: Zeit mit der Familie zu verbringen. Auf Multi-Tasking sollte man lieber verzichten.

Verlässliche Vertretungsregeln

Urlaubsvertretungen und Übergaben sorgen regelmäßig für Zusatzstress. Gerade rund um Weihnachten wollen alle frei haben. In jedem Team sollte es daher im Idealfall längerfristige Vertretungspartnerschaften geben, empfiehlt Kröll. Im Optimalfall vertritt man sich im Trio.

Feiertagsdienst akzeptieren

Und wie geht man damit um, wenn man auch um Weihnachten herum Schichten schieben muss, etwa im Labor, im Supermarkt oder in der Pflege? „Man sollte sich möglichst nicht darüber ärgern“, rät die Psychologin. Viel schöner sei es, wenn es einem gelingt, das umzudeuten. So kann man sich zum Beispiel selbst sagen, dass es Vorteile hat, nicht in der Ferienzeit frei zu haben, weil man viel Verkehr und hohe Preise umgehen kann. Das gelingt natürlich nicht immer.