Magdeburg l Ob falsche Belastung, Ernährung oder Sport – unsere Gelenke können leiden, schmerzen und uns einschränken. Orthopäden des St. Marienstiftes Magdeburg standen für Fragen während des Volksstimme-Telefonforums zur Verfügung.

Sind Gelenkschmerzen als Nebenwirkungen von Medikamenten möglich?
Bestimmte Medikamente, zum Beispiel Fettsenker, können Gelenkbeschwerden auslösen. Bitten Sie den Hausarzt um Rat, ob Sie die Medikamentendosierung pausieren oder minimieren können.

Gibt es Möglichkeiten, sich vor Gelenkerkrankungen zu schützen?
Bei Symptomen wie Gelenkschmerz, Gelenkschwellung, Anlaufschmerz und Bewegungseinschränkung sollte frühzeitig ein Orthopäde aufgesucht werden. Denn eine frühzeitige Diagnose sowie eine rechtzeitige Behandlung können eventuelle Folgeschäden vermeiden. Es können frühzeitig physiotherapeutische und verwandte Therapien sowie Maßnahmen gegen Entzündungen verordnet werden. Bewegung im Sinne von sportlichen Aktivitäten ist Voraussetzung für eine gut funktionierende Muskulatur, welche wiederum wichtig ist zur Entlastung von Gelenken. Bei Knorpelschäden kann Hyaluronsäure in das Gelenk gespritzt werden. Auch gibt es die Möglichkeit, Eigenblut (Plasma) in ein Gelenk zu spritzen. Auch die Ernährung ist ein Faktor bei Gelenkschmerzen. Hier ist eine fettarme, vitaminreiche Ernährung zu empfehlen. Bei den Nahrungsergänzungsmitteln gibt es viele verschiedene Arten von verschiedenen Herstellern. Viele haben als Inhaltsstoffe Glucosamin, Chondroitin, Omega-3-Fettsäuren und Vitaminkombinationen. Hier sollte man sich in der Apotheke beraten lassen.

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Auf Grund von Arthrose leide ich seit einiger Zeit an starken Schmerzen im Kniegelenk. Was kann ich gegen die Schmerzen tun?
Auch die Ernährung ist ein Faktor bei Gelenkschmerzen. Hier ist eine fettarme, vitaminreiche Ernährung zu empfehlen. Bei den Nahrungsergänzungsmitteln gibt es viele verschiedene Arten von verschiedenen Herstellern. Viele haben als Inhaltsstoffe Glucosamin, Chondroitin, Omega-3-Fettsäuren und Vitaminkombinationen. Hier sollte man sich in der Apotheke beraten lassen. Die Arthrose des Kniegelenkes wird auch als Gonarthrose bezeichnet. Die Gonarthrose ist eine häufige Krankheit. In der Gruppe der 50- bis 54-Jährigen zeigten 15-16 Prozent radiologische Zeichen einer Gonarthrose. In der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen liegt dieser Anteil bereits bei 36-40 Prozent. Angefangen von der konservativen, also nicht operativen Therapie, bis zur operativen Therapie. Konservative Therapien beinhalten unter anderem medikamentöse Krankheitsbehandlungen. Hierunter zählen Gelenkinjektionen, zum Beispiel mit Corticosteroiden, Hyaloronsäuren aber auch Eigenblut, sogenanntes autologes conditioniertes Plasma (ACP). Weiterhin können physiotherapeutische und verwandte Therapien in die Behandlung mit einbezogen werden. Ebenfalls ist die Akupunktur eine gute Möglichkeit, die Beschwerden im Rahmen einer Gonarthrose zu behandeln. Weitere Behandlungswege stellen die operativen Therapien dar. Hier unterscheidet man zwischen gelenkerhaltender und gelenkersetzender Operation.

Wann muss man unbedingt therapeutische Maßnahmen einleiten?
Das „Wann“ ist sehr subjektiv und lässt sich nicht verallgemeinern. Das Schmerzempfinden ist von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Sollten in der Lebensführung, in der Ausübung von sportlichen Aktivitäten schmerzbedingte Einschränkungen bestehen, sollte über eine stadiengerechte Therapie gesprochen werden. Bestehende Gelenkfunktionsstörungen sollten ebenfalls einer Therapie zugeführt werden.

Mein Hausarzt sagt mir, ich hätte ein „Impingementsyndrom“ der rechten Schulter, ein MRT ist erfolgt. Wie geht es weiter, was kann ich nun machen?
Die Diagnose „Impingementsyndrom“ („Engesyndrom“) sagt nichts aus über die eigentliche Ursache der Beschwerden und auch ein MRT zeigt nicht immer den Grund der Beschwerden. Man braucht eine gründliche orthopädische Untersuchung der betroffenen Schulter. Hierbei kann durch gezielte Tests schon eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Weiterhin muss eine Röntgenaufnahme der Schulter durchgeführt werden. Dieses sollte immer gemacht werden, eigentlich noch vor dem MRT. Durch Untersuchung, Röntgen und MRT kann die Ursache des „Impingementsyndrom“ gefunden und eine Behandlungsstrategie erarbeitet werden. Dazu gehören physiotherapeutische Maßnahmen, Injektionsbehandlungen und schmerz- und entzündungshemmende Medikamente. Ursachen eines „Impingementsyndroms“ können sein: Schleimbeutelreizung, Kalkschulter, Entzündung von verschiedenen Sehnen, Teil- oder Kompletteinrisse von Sehnen, verschleißbedingte Veränderungen des Knorpels beziehungsweise knöcherne Anbauten (Sporne). Wenn eine etwa sechsmonatige konservative Therapie keine Besserung bringt, kann mit dem Patienten ein ausführliches Gespräch über eine operative Maßnahme geführt werden. Dazu gehören auch Informationen über die Nachbehandlung und Ausfallzeit.

Ich übe seit vielen Jahren eine Bildschirmtätigkeit aus. In letzter Zeit schmerzt meine linke Schulter sehr stark. Abends kann ich sie oft kaum noch bewegen. Könnte dies schon die oft erwähnten Kalkablagerungen sein? Wenn ja, was ist das? Kann man es behandeln? Kann ich mit Bewegung Abhilfe schaffen?
Ja, die Beschwerden könnten von der sogenannten Kalkschulter kommen. Die Kalkschulter kann man am besten durch ein Röntgenbild diagnostizieren. Die Kalkschulter ist eine Erkrankung, bei der sich Sehnenzellen (meistens im Bereich der Supraspinatussehne der sogenannten Rotatorenmanschette) in Kalkzellen umwandeln. Dieses geschieht häufig durch chronische, monotone Belastungen wie zum Beispiel bei Sekretärinnen, Bürotätigkeiten oder im Lehrerberuf. Etwas häufiger betroffen sind Frauen. Patienten sollten durch einen Orthopäden behandelt werden. Es sollten physiotherapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik, Elektrotherapie oder Ultraschall erfolgen, weiterhin schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, gegebenenfalls auch Prednisolon als Tabletten für einen etwa dreiwöchigen Zeitraum eingenommen werden. Für eine eventuelle Kalkreduktion kann eine Stoßwellentherapie in Erwägung gezogen werden. Bei drei Anwendungen muss mit etwa 100 Euro gerechnet werden. Wenn nach der sogenannten konservativen Therapie keine Besserung eintritt, kann eine Gelenkspiegelung mit Kalkentfernung durchgeführt werden. Diese Behandlungsmaßnahme muss dann ausführlich mit dem Patienten besprochen werden.

Ich bin leidenschaftlicher Jogger. Doch in letzter Zeit schmerzen meine Knie nach dem Laufen. Mein Hausarzt riet mir, zu einem Orthopäden zu gehen. Welche Diagnostiken und Therapien können auf mich zukommen?
Im Rahmen einer orthopädischen Untersuchung erfolgt zunächst eine Aufnahme des Ist-Zustandes. Dies geschieht im Normalfall durch eine eingehende körperliche Untersuchung. Es gilt herauszufinden, in welchem Gelenkanteil der Schmerz zum Tragen kommt. Unter Umständen erfolgt zur weiteren Diagnosesicherung eine bildgebende Diagnostik, also unter Umständen aus einer Ultraschalluntersuchung oder einer MRT-Untersuchung des betroffenen Gelenkes.

Meine Lebensqualität leidet sehr, da ich starke Kniegelenksschmerzen habe. Schmerzmittel helfen mitunter nicht mehr. Ich bin aber 75 Jahre alt. Kann ich in diesem Alter noch ein neues Kniegelenk bekommen?
Das Alter spielt eher eine untergeordnete Rolle. Viele Patienten sind in diesem Alter noch sehr aktiv und sportlich. Wichtig sind in diesem Zusammenhang begleitende Krankheiten, die nebenher bestehen. Es sollte in einem persönlichen Gespräch eine Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen.

Ich habe Schmerzen im Bereich der Ferse. Mein Hausarzt hat erwähnt, dass dies durch einen Fersensporn entsteht. Kann das sein?
Das Alter spielt eher eine untergeordnete Rolle. Viele Patienten sind in diesem Alter noch sehr aktiv und sportlich. Wichtig sind in diesem Zusammenhang begleitende Krankheiten, die nebenher bestehen. Es sollte in einem persönlichen Gespräch eine Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen. Ein Fersensporn ist eine Reizung der Sehnenplatte auf der Fußunterseite. Der im Volksmund beschriebene knöcherne Fersensporn ist aber in der Regel nicht Ursache der Beschwerden. Er ist nur die Folge. Entzündungshemmende Medikamente wirken nur unzureichend und insbesondere nicht nachhaltig. Sie haben aber zumindest eine lindernde Wirkung in der akuten Schmerzphase. Ein spezielles physiotherapeutisches Übungsprogramm ist essenziell für die Ursachenbekämpfung, um der Überlastung entgegenzuwirken. Dieses muss konsequent über mehrere Wochen durchgeführt werden.

Was ist der Hallux valgus? Kann eine konservative Therapie helfen?
Der Hallux valgus ist eine Achsfehlstellung der Großzehe. Der Zeh bewegt sich dabei nach außen, der Mittelfußknochen entsprechend nach innen, so dass es zur Ausbildung des prominenten Ballens kommt. Neben dem schmerzenden Ballen können aber auch Beschwerden unterhalb des Fußes auftreten, eine sogenannte Metatarsalgie. Die Großzehe rollt beim Laufen nicht mehr richtig ab und die Mittelfußköpfchen der kleinen Zehen werden dadurch verstärkt belastet. Zudem besteht die Gefahr einer Arthrose. Im Anfangsstadium können konservative Maßnahmen die Beschwerden lindern. Dazu zählen Fuß- und Zehengymnastik ebenso wie Schaumstoffpolster und Hallux-valgus-Schienen zur Schmerzlinderung. Die konservative Therapie kann zu einer Schmerzlinderung führen, eine Verschlimmerung der Fehlstellung verlangsamen und somit eine notwendige Operation hinauszögern. Eine wirkliche Rückkorrektur der Fehlstellung ist aber nicht möglich.