Wie kommt es zur Verunreinigung?

Pflanzen wie Jakobskreuzkraut produzieren die Pyrrolizidinalkaloide (PA), um sich vor Schädlingen zu schützen. Bei der maschinellen Ernte von Teekräutern können Unkräuter, die dazwischen wachsen, mit in das Erntegut gelangen. Besonders bei Kamille ist das Risiko hoch, da diese schnell mit Wildkräutern verwechselt werden kann. Eine sorgfältigere Ernte kann dabei helfen, dass PA-Gifte im Tee vermieden werden.

In sechs von 13 getesteten Kräuter-Teesorten wurde eine Verunreinigung mit Pflanzengiften festgesellt. Das belegen die Nachforschungen des NDR-Verbrauchermagazins "Markt". Die sogenannten Pyrrolizidinalkaloide (PA) können zu Leberschädigungen und sogar zu Leberkrebs führen.

Im Labor wurden die Kamillen- und Kräutertees der Marken Aldi, Alnatura, Lidl, Meßmer, Rewe und Teekanne auf das gesundheitsschädliche Pflanzengift untersucht. Besonders die Kamillen- und Kräutertees von Teekanne fielen dabei negativ auf. Bei beiden Sorten wurde hier die höchste Menge an Pyrrolizidinalkaloiden festgestellt (0,85 Mikrogramm PA pro Liter Kamillentee und 0,56 Mikrogramm PA pro Liter Kräutertee).

Kein gesetzlicher Grenzwert

Es gibt zwar keinen gesetzlichen Grenzwert für Pyrrolizidinalkaloide in Lebensmitteln, wohl aber einen Orientierungswert vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Demzufolge sollte ein 70 Kilogramm schwerer Erwachsener höchstens 0,49 Mikrogramm PA pro Tag aufnehmen. Darüber hinaus wird schwangeren und stillenden Frauen empfohlen Tee in Abwechslung mit anderen Getränken zu sich zu nehmen.

Angaben des BfR zufolge hat jedoch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Jahr 2017 einen neuen Referenzpunkt für die maximale PA-Menge vorgestellt. Dieser liegt mit 237 Mikrogramm pro Kilogramm und Tag deutlich höher. Das BfR hat diesen Wert geprüft und wird seine Risikobeurteilung in Zukunft auch an diesen Referenzpunkt anlehnen.

Unbelastete Sorten

Im Test stachen aber auch positive Beispiele hervor. So wurden in den Kräuter- und Kamillentees von Aldi und Lidl gar keine Pyrrolizidinalkaloide festgestellt. Auch in den Kamillentees von Alnatura, MEßmer und Edeka wurde keine Verunreinigung mit dem Pflanzengift entdeckt.