Magdeburg l Haustiere können Spaß bereiten. Wenn sie aber erkranken, leiden nicht selten auch ihre Besitzer. Welche Hilfe gibt es? Auskunft gaben Tierärzte aus Sachsen-Anhalt beim Volksstimme-Telefonforum.

Unsere Katze lebt seit vielen Jahren im Wintergarten und draußen. Sie will in letzter Zeit nicht mehr das Diätfutter, das ich ihr anbiete. Ihre Blutwerte sind aber in Ordnung. Was können wir tun?
Sie sollten das Gewicht der Katze kontrollieren. Wenn das Tier nicht deutlich abgenommen hat, müssen Sie sich keine Gedanken machen. Freigängerinnen unter Katzen fangen gelegentlich auch einmal eine Maus oder besorgen sich Futter in der Nachbarschaft.

Meine Hündin wurde kastriert. Seitdem kann sie den Urin schlecht halten. Sie ist Harninkontinent. Kann man dagegen etwas tun?
Eine Inkontinenz als Nebenwirkung einer Kastration ist leider nicht selten. Sprechen Sie mit ihrem Tierarzt. Er kann Medikamente verordnen, die das Problem lösen.

Als ich unlängst in der Nacht einen Tierarzt brauchte, erreichte ich im Notdienst zunächst nur den Anrufbeantworter. Als ich den Tierarzt endlich am Telefon hatte, meinte er, dass ich auch am nächsten Tag noch in die Praxis kommen kann. Warum kann meinem Hund in Notfällen nicht gleich geholfen werden?
Der tierärztliche Bereitschaftsdienst wird von Tierärzten zusätzlich zu ihrer regulären Dienstzeit absolviert. Man kann nicht erwarten, dass Tierärzte auch nachts permanent am Telefon sitzen. Es empfiehlt sich manchmal das Telefon länger klingeln zu lassen oder auf den Anrufbeantworter zu sprechen. Im Gespräch mit dem Bereitschaftsdienst kann sich herausstellen, ob eine Notfallbehandlung erforderlich ist. Manchmal reicht es auch aus, mit dem Tier am kommenden Tag in die Praxis zu kommen

Ich habe einen fünfjährigen Welpen, der beim Autofahren oftmals erbricht. Was kann man tun?
Manche Hunde haben Probleme beim Autofahren. Das lässt sich oftmals schlecht abtrainieren. Es gibt aber auch für Tiere Medikamente gegen Reisekrankheiten. Der Tierarzt kann sie verordnen.

Meine Katze ist bereits 19 Jahre alt. Neuerdings hat sie ein schmutziges Fell, stinkt und erbricht oft. Was kann die Ursache sein?
Ältere Katzen leiden häufig unter Nierenproblemen. Hinweise darauf kann eine Blutanalyse mit Kontrolle der Nierenwerte geben.

Ich habe derzeit den Yorkshire Terrier meiner Nachbarin zur Pflege, weil sie im Krankenhaus ist. Ich habe beobachtet, dass das Tier in der Nacht zittert. Ist es krank?
Zittern und Bewegungen in der Nacht sind bei Hunden durchaus normal. Sie sind meist ein Zeichen dafür, dass der Hund träumt. In seltenen Fällen kann es sich auch um epileptische Anfälle handeln.

Was sollte ich tun, wenn mein Hund Durchfall hat?
Sie sollten kein Futter geben, sondern nur Wasser. Sollte sich der Durchfall nach 24 Stunden nicht gebessert haben, ist ein Besuch beim Tierarzt notwendig.

Der Termin für Auffrischungsimpfungen meiner Katze ist leider um drei Monate überschritten. Ist das ein Problem? Welche Auffrischungsimpfungen sind notwendig?
Notwendig sind bei Katzen Auffrischungsimpfungen gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut. Die Nachimpfungen sollten im Abstand von zwei bis drei Jahren erfolgen. Wenn das Tier eine Grundimmunisierung hatte, sind Überschreitungen des Termins für Auffrischungsimpfungen um einige Monate kein Problem. Wenn die Katze sich überwiegend in der Wohnung aufhält, sind eine Impfung gegen Tollwut und eine Behandlung gegen sogenannte Ektoparasiten nicht erforderlich.

Ich habe einen älteren Hund übernommen. Wenn ich mit ihm spazieren gehe, dann beginnt er nach einigen hundert Meter oftmals zu taumeln. Bei warmem Wetter ist es besonders schlimm.
Die Symptome deuten auf Probleme mit dem Herzkreislaufsystem hin. Sie sollten das Tier untersuchen lassen. Sollte Kreislaufstörungen wirklich die Ursache sein, gibt es medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten.

Meine Katze hat im Fell runde kahle Stellen und Juckreiz. Woran kann das liegen?
Möglicherweise handelt es sich um einen Hautpilzbefall. Der Tierarzt kann nach entsprechender Diagnose eine Behandlung durchführen. Zudem sollten Sie selbst auch auf Hautveränderungen achten. Manche Hautpilze von Tieren sind nämlich auf Menschen übertragbar.

Ich habe einen Mops, der beim Spazierengehen oft röchelt. Was kann ich dagegen tun?
Der Mops ist eine Hunderasse mit einer für Hunde sehr kurzen Nase. Da die Tiere, im Unterschied zum Menschen, viel weniger Schweißdrüsen haben, und die über die kurze Nase eingeatmete Luft für Kühlung sorgt, kommen sie beim Laufen schnell außer Atem. Bei sommerlicher Hitze können Sie bei Anstrengungen sogar sterben.

Können Menschen einen Hund mit Schnupfen anstecken?
Das ist nur in seltenen Fällen möglich. Nur bestimmte Parainfluenzaviren sind vom Menschen auf den Hund übertragbar. Als Vorsichtsmaßnahme ist zu empfehlen, während einer Grippe einen allzu intensiven Kontakt mit dem Tier zu vermeiden.

Ich habe eine Hauskatze. Sie ist Freigängerin. Da ich neuerdings in einer festen Partnerschaft mit meinem Freund lebe, wünschen wir uns ein Baby. Sollte ich den Kontakt mit der Katze meiden? Meine Gynäkologin wies mich auf ein erhöhtes Toxoplasmose-Risiko hin.
Für Erwachsene ist Toxoplasmose in der Regel harmlos. Gelegentlich kann es zu Symptomen wie einer leichten Erkältung kommen. Der Erreger kann jedoch das Ungeborene schädigen, wenn die Erstinfektion während der Schwangerschaft erfolgt. Eine Infektionsgefahr ist rohes Fleisch, das Sie deshalb nicht an Katzen verfüttern sollten. Besser ist Dosenfutter. Als weitere Vorsichtsmaßnahme ist zu empfehlen, dass Frauen während der Schwangerschaft nicht die Katzentoilette reinigen. Wenn Ihr Freund die Reinigung der Katzentoilette übernimmt, muss das Tier wegen des Toxoplasmose-Risikos nicht abgeschafft werden. Eine Ansteckung ist zudem auch möglich, wenn Schwangere selbst unzureichend erhitztes oder rohes Schweinefleisch (Hackepeter) verzehren.

Unsere Tochter reagiert allergisch auf Katzenhaare. Deshalb können wir kein felltragendes Haustier anschaffen. Können wir es mit einem Wellensittich probieren?
Viele Allergiker haben keine lange Freude an Haustieren. Intensive Hygiene und der Wechsel der Tierart geben leider keine Sicherheit, dass die typischen Allergie-Symptome wie chronischer Schnupfen, Niesreiz, tränende Augen, Husten oder Atemnot nicht doch auftreten.