Magdeburg l Wie können Haus- oder Grundstücksbesitzer reagieren, wenn sie Waschbären bei sich finden – und den ungebetenen Besuch künftig fernhalten? Wer Waschbären auf seinem Grundstück findet, darf sie nicht töten – normalerweise. "Jäger dürfen das schon", ergänzt Wilko Florstedt vom Landesjagdverband Sachsen-Anhalt. "Wer also einen Waschbären auf seinem Grundstück entdeckt, sollte einen Jäger benachrichtigen – oder eine andere Person, die dazu berechtigt ist." Berechtigt – das bedeutet in dem Fall, einen Jagdschein zu besitzen: "Jäger müssen sich dafür durch eine Prüfung qualifizieren.“

Der Waschbär zählt in Sachsen-Anhalt seit 1991 zu den nach Landesrecht jagdbaren Tierarten. Florstedt ergänzt, dass man mittlerweile in Sachsen-Anhalt von einer Waschbärenplage sprechen könne. Tatenlos zusehen muss den Eindringlingen aber niemand: Stattdessen können Grundstücksbesitzer eine Falle aufstellen. Am besten eigne sich dafür eine Lebendfangfalle.

 Hier liegt der Köder in der Mitte und die Klappe fällt hinter dem Waschbären zu. „Hier muss schon ein Jäger benachrichtigt werden, bevor die Falle aufgestellt wird“, so Wilko Florstedt. Der Hintergrund: Waschbären dürfen hinterher nicht mehr ausgesetzt werden, sie müssen von einem Jäger getötet werden. Länger als einen Tag in der Falle sitzen dürfen Waschbären zudem nicht: Dann ist es Tierquälerei.

Hausfassade absichern und nicht füttern

Waschbären sind hervorragende Kletterer und suchen sich ihre Verstecke im Wald gerne hoch oben in Baumhöhlen, außerdem klettern sie gerne auf Dächer. Hier benötigen sie nicht einmal eine Schwachstelle – sie heben die Dachziegel einfach an und schlüpfen hinein. Um das zu vermeiden, ist eine glatte Blechmanschette mit den Maßen 1x1 Meter über dem Fallrohr der Regenrinne empfehlenswert.

Zudem sei es laut dem Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt wichtig, an das Haus heranreichende Äste und Hecken zu stutzen und auf eine Fassadenbegrünung zu verzichten. Auch stabile Pflanzen würden gerne als Kletterhilfe genutzt. Typische Einstiegsquellen zum Haus seien zudem gekippte Fenster, der Schornstein und die Katzenklappe.

Die Installation einer Katzenklappe mit Sensor, so dass nur Ihre Katze mit passendem Halsband das Haus betreten kann, ein stabiles Gitter am Schornstein und stoßweise Lüftung unter Aufsicht bringen Abhilfe. Wenn sich die Tiere durch die oben genannten Maßnahmen nicht vertreiben lassen, kann der Einsatz von elektrischen Zäunen helfen, insbesondere um Gartenteichanlagen.

Vorbeugende Maßnahmen treffen

Damit Waschbären erst gar keinen Weg auf das Grundstück finden, lohnt sich einen Blick auf den Speiseplan des Tieres zu werfen: Der Waschbär ist ein Allesfresser mit einer Vorliebe für Fisch, Fleisch, überreifes Obst sowie Milchprodukte und Brot. Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, sollte er nicht gefüttert werden. Futterreste, aber auch Müll oder Kompost sollten unzugänglich gemacht werden.

Auch Abfalltonnen lassen sich beispielsweise sehr gut mit einem Spanngummi fest verschließen. Reifes Obst sollte zeitnah geerntet werden, Katzenfutter nicht vor der Tür stehen.

In Magdeburg kann man diese Aufgabe den Mitgliedern des Projektteams "Wildtiere in Magdeburg" überlassen. Das Team bietet zuerst eine telefonische Beratung an, fährt auf Wunsch aber auch zu den Betroffenen raus. Die Telefonnummer lautet: 0391/540 20 51.