Die aromatische Weihnachtsromantik ist vorbei – langsam verduftet Weihnachten regelrecht aus unserem Alltag: Der Geruch von Zimtsternen, Tannenzweigen und Räuchermännlein ist nun nicht mehr angesagt. Neue Sehnsüchte kommen auf, die ebenfalls mit Düften verbunden sind: An grauen Wintertagen wünschen sich viele weit weg, beispielsweise an einen warmen Strand, umgeben von duftendem Jasmin und einer sanften Meeresbrise.

Köln (dapd). "Gut, dass man dazu nicht unbedingt in die Tropen fliegen muss", sagt Georg Ortner, ausgebildeter Parfümeur und Duftkompositeur aus Köln, "denn zumindest die passende Duftumgebung lässt sich jederzeit und beinahe überall selbst schaffen". Das Zauberwort heißt Raumbeduftung. "Möglichkeiten gibt es dabei viele", sagt Ortner. Zum Beispiel Duftkerzen, Duftgels und -granulate, beduftete Blüten oder einfach die Wasserschale mit einem Tropfen ätherischen Öls und einer Kerze darunter. "Für dauerhafte und großflächige Raumbeduftungen lassen sich auch professionelle Duftmaschinen mit einem Vorrat an verschiedenen Düften und elektronischer Steuerung einsetzen", weiß der Experte.

Zitrusöle regen an, Melisse entspannt

Raumbeduftung hat dabei viel mit Aromatherapie zu tun: "Verschiedene Duftnoten werden mit unterschiedlichen Wirkungen in Verbindung gebracht", sagt Ortner. "So gelten Zitrusöle wie Orange, Bergamotte und Zitrone als anregend, Düfte wie Hopfen, Melisse oder Baldrian wirken dagegen beruhigend und fördern die Entspannung."

Aus gesundheitlicher Sicht gebe es nur wenige Bedenken, sagt Axel Schnuch, Leiter der Zentrale des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken an der Hautklinik Göttingen. "Asthmatiker sollten aber vorsichtig sein", ergänzt er. Ihre Atemwege reagieren oft auf Reizungen. Die Betroffenen sollten die Wirkung von Raumdüften auf ihren Zustand deshalb im Auge behalten.

Für Allergiker sieht der Fachmann dagegen keine Gefahr. "Weder Atemwege noch Haut regieren bei ihnen durch den Duft in der Luft", sagt Schnuch. "Bei einer sinnvollen Raumbeduftung sind die Duftstoffmengen so gering, dass keine negativen Auswirkungen zu erwarten sind", ist auch die Erfahrung von Ortner. Wer dennoch Unverträglichkeiten gegen bestimmte Düfte feststellte, könne auf eine Menge Alternativen zurückgreifen.

Vorlieben und Erfahrungen

Bei der Auswahl des Dufts verlässt man sich am besten auf sein persönliches Empfinden. "Welche Gerüche wir mögen, ist zwar zum Teil Veranlagung", erläutert Ortner. "Zum großen Teil wird die Vorliebe aber dadurch bestimmt, in welchem Zusammenhang man einen Duft kennenlernt." So verbindet der eine mit einem speziellen Geruch schöne Urlaubstage – der andere assoziiert damit vielleicht eine scheußliche Magen-Darm-Erkrankung am Ferienort.

Durch solche Assoziationen können Raumdüfte gezielt unsere Stimmung beeinflussen. Positiv besetzte Gerüche machen es möglich, kurzzeitig aus dem Alltag auszusteigen und eine wohltuende Reise ins Reich der Sinne zu unternehmen.