Karlsruhe (dapd) l Bei mehr als jedem fünften der 11- bis 17-Jährigen gibt es Hinweise auf ein gestörtes Essverhalten. "Mit zunehmendem Alter nimmt die Prävalenz bei Mädchen zu, während sie bei Jungen abnimmt", sagt Anja Dannenberg von der Landesvereinigung für Gesundheit. Weil Essstörungen nachhaltige Auswirkungen auf die gesundheitliche wie soziale Entwicklung Heranwachsender haben, erteilt die diplomierte Ernährungswissenschaftlerin (Ökotrophologin) in Berufsbildenden Schulen "Unterricht" zur gesunden Ernährung. Am 20. Dezember wird sie mit Schülerinnen und Schülern der Magdeburger BbS "Hermann Beims" über Vorlieben und Abneigungen beim Essen spechen.

"Magersucht, Bulimie und Binge Eating sind die am häufigsten vorkommenden Essstörungen", erläutert Anja Danneberg. Sie verweist zugleich darauf, dass die Zahl der an Adipositas erkrankten Personen zunimmt. An Magersucht erkranken hauptsächlich Mädchen und junge Frauen, zunehmend jedoch auch Jungen und junge Männer, bei denen Selbstbild und Körperempfinden gestört sind. "Bei dieser Form von Essstörung wird der Gewichtsverlust zum Inhalt des Denkens und Handelns. Die Betroffenen empfinden sich als zu dick, auch wenn sie erhebliches Untergewicht aufweisen", erläutert die Ernährungsexpertin.

Bulimie ist durch wiederholte Attacken von Heißhunger, regelrechte Fressattacken gekennzeichnet, denen selbst herbeigeführtes Erbrechen folgt. Ein weiteres Kennzeichen ist die fast permanente Beschäftigung mit allem, was mit Essen, Körpergewicht und Figur zu tun hat. Betroffene können unter-, normal- oder auch übergewichtig sein. Binge Eating äußert sich durch wiederholte Heißhungerattacken, allerdings ohne anschließendes Erbrechen. AuchFettleibigkeit kann durch eine Essstörung entstehen, jedoch auch genetische oder andere Gründe haben.