Berlin (dpa) l Bei Smartphone-Kameras gehört die Kombination aus hochauflösendem Ultraweitwinkel und langer Telebrennweite im High-End-Segment inzwischen zum guten Ton. Außerdem neige sich die Ära der Zwölf-Megapixel-Bildsensoren ihrem Ende zu, berichtet das Fachmagazin "Connect" über einen Test der Kameras von einem Dutzend Top-Smartphones (Ausgabe 10/2020).

Inzwischen seien höhere Auflösungen Standard, und zwar in Verbindung mit dem Zusammenrechnen benachbarter Bildelemente (Pixel Binning), was deutliche Qualitätsvorteile bringe. Der Vergleich habe zudem klar gezeigt, dass chinesische Hersteller bei der Weiterentwicklung der Smartphone-Kameras momentan tonangebend sind.

Aber worauf genau sollte man als Käuferin oder Käufer achten? Für gute Fotos müssen Kamerasensor, Software und Optik gut zusammenspielen, erklären die Experten. Beim Objektiv sollte eine besonders lichtstarke Blende mit einem Wert von f/1.8 oder niedriger zum Einsatz kommen.

Auslösezeit möglichst gering

Der Autofokus sollte möglichst schnell sein, die Auslösezeit besonders gering. Und ein optischer Bildstabilisator (OIS) könne bei schlechten Lichtverhältnissen oder Bewegungen für scharfe Aufnahmen sorgen.

Mehrfach-Kameras, die mit Tele-, Superweitwinkel- oder Bokeh-Aufnahmen erweiterte Funktionen bieten, fänden sich heute bereits bei Mittelklasse-Smartphones.

Viele Hersteller kombinieren auch den Tele- und Ultra-Weitwinkelbereich und bieten mit Triple oder Quad-Kameras noch mehr Flexibilität, heißt es. Immer öfter findet sich ein quer im Gehäuse eingebautes Periskop-Zoomobjektiv, mit dem sich starke optische Vergrößerungen erzielen lassen.

Große Qualitätsunterschiede

Doch all die Ausstattungsmerkmale allein machen allein noch keine guten Bilder. Die Qualitätsunterschiede bei Smartphone-Kameras seien immer noch groß.

Die Bewertung "Sehr gut" erreichten im Test die Kameras von sieben Smartphones: Huawei P40 Pro (86 Punkte), Huawei P40 (85 Punkte), Oneplus 8 Pro (79 Punkte), Xiaomi Mi Note 10 (78 Punkte), Oppo Find X2 Pro (77 Punkte), Samsung Galaxy S20+ (75 Punkte) und Honor 20 Pro (75 Punkte).

Ermittelt wurden die Ergebnisse in einem neuen gemeinsamen Testverfahren (Camera Quality Benchmark) mit dem Fachmagazin "Colorfoto". Dabei durchlaufen die Telefone den Angaben nach etwa die gleichen Testlabor-Messverfahren wie Systemkameras und alle Objektive werden separat beurteilt.

Am Ende kämen an die 450.000 Messwerte zusammen. Gewichtet wird das Testergebnis folgendermaßen: Ultraweitwinkel (10 Prozent), Weitwinkel (30 Prozent), Zweifachzoom (30 Prozent), lange Telebrennweite (30 Prozent).