Von 1951 bis 2014 in Sachsen-Anhalt

l  Die Höchsttemperaturwerte stiegen um 1,5 bis 2,0 Grad.

l  Die Tiefsttemperaturwerte nahmen um 1,0 bis 1,5 Grad zu.

l  Die Zahl der Sommertage mit mehr als 25 Grad erhöhte sich um 10 bis 15 Tage.

l  Schneeglöckchen blühen im Durchschnitt zwei bis drei Tage früher.

l  Die Vegetationsperiode hat sich um 11 Tage verlängert.

l  In der Hauptwachstumsperiode von April bis Juni ging die Niederschlagsmenge teilweise um bis zu 25 Prozent zurück.

l  Einzig der Brocken verzeichnet eine Zunahme des Jahresniederschlags.

l  Dauerfrost gibt es 5 bis 8 Tage weniger, Nachtfrost 5 bis 15 Tage.

l  Seit 1990 hat sich die Zahl der Tage, an denen geheizt werden muss, um rund 25 Prozent verringert.

l  Die Waldbrandgefahr hat in den hohen Gefahrenstufen signifikant zugenommen.

Magdeburg l Erstmals haben Forscher im Auftrag des Landesamtes für Umweltschutz Wetter-Aufzeichnungen von 380 Messstationen in Sachsen-Anhalt über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren ausgewertet. Wörtlich resümieren sie: „Der Klimawandel ist eine Tatsache.“

In den vergangenen sechs Jahrzehnten ist das Klima hierzulande demnach heißer, trockener und extremer geworden. Die Höchsttemperaturen sind um zwei Grad Celsius gestiegen, die Menge der Niederschläge ist um bis zu 25 Prozent gesunken. Es gibt zehn bis 15 Sommertage mehr als vor 60 Jahren, das sind Tage, an denen die Temperatur über 25 Grad steigt. Wetterkapriolen wie Starkregen kommen in hohen Lagen deutlich häufiger vor.

„Die Klimadaten stammen vom Deutschen Wetterdienst, wir reden nicht über Vorhersagen, sondern über Dinge, die bei uns bereits stattgefunden haben“, erklärt Klima-Expertin Christiane Röper vom Landesamt für Umweltschutz. „Die Erhöhung der Temperaturen lässt sich nicht wegdiskutieren.“ Für sie stehe auch fest, dass die Klima-Erwärmung menschengemacht ist. „Mit dem exzessiven Ausstoß von Kohlendioxid haben wir dazu beigetragen, dass sich das Klima verändert“, so Röper. „Das hat nicht nur etwas mit allgemeinen Klimaschwankungen zu tun.“

Waldbrandgefahr hat stark zugenommen

So mancher mag sich über mehr heiße Sommertage und weniger kalte Wintertage freuen, doch das hat Auswirkungen auf die Natur und Wirtschaft. Der Studie zufolge hat die Waldbrandgefahr stark zugenommen, Landwirte müssen ihre Felder immer häufiger künstlich bewässern. Im Harz ist man dazu übergegangen, Schneekanonen anzuschaffen, um Wintersport länger zu ermöglichen.

Im Januar will das Landesamt Details zur Klimastudie auf seiner Internetseite www.lau.sachsen-anhalt.de veröffentlichen.