Stendal l Die Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft gegen einen falschen Arzt, der in den vergangenen eineinhalb Jahren auf Aida-Kreuzfahrtschiffen gearbeitet hat, führen auch nach Stendal. Denn der 40-jährige Denny H., der am 4. Dezember in Berlin festgenommen wurde, hat mehrere Jahre am Johanniter-Krankenhaus Stendal gearbeitet, soll unter anderem auf der Intensivstation eingesetzt gewesen sein. Auskunft darüber, in welchem Zeitraum er genau in Stendal als Krankenpfleger tätig war, wollte das Krankenhaus nicht geben, sondern verwies auf die Berliner Staatsanwaltschaft. Deren Sprecher Martin Steltner bestätigte auf Nachfrage, dass Denny H. aus Sachsen-Anhalt stammt und in Stendal beruflich tätig war.

Vor einigen Jahren verließ er aber die Altmark – und es begann eine Geschichte, die jetzt ein juristischen Nachspiel hat. Nach seiner Festnahme auf dem Flugplatz Tegel wurde Haftbefehl gegen den 40-Jährigen erlassen. Ermittelt wird unter anderem wegen Unkundenfälschung, unter anderem der Approbationsurkunde. Mit dieser bewarb er sich auch beim Unternehmen Aida Cruises. Zwischen Mitte Juni 2014 und 30. November 2015 war er insgesamt zehn Monate auf den Kreuzfahrtschiffen Aida vita und Aida diva im Einsatz und soll dafür monatlich 7500 Euro bekommen haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde Denny H. suspendiert, sagte Aida-Sprecher Hansjörg Kunze. „Wir sind massiv getäuscht worden“, erklärte er, mit Blick auf die früheren „renommierten Arbeitgeber“ habe niemand Verdacht geschöpft. Zu diesen Arbeitgebern gehörte auch die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Auch dort hatte er sich mit einer amtlich beglaubigten Approbationsurkunde beworben.