Magdeburg l Mehr als tausend Rechte und Hooligans aus dem Umfeld des Vereins „Gemeinsam-Stark Deutschland“ (GSD) werden in Magdeburg zu einer Demonstration erwartet. Das Motto: „Gegen linke Gewalt und Asylmissbrauch“. Organisator ist der Magdeburger Ableger des islamfeindlichen GSD, der als Abspaltung der „HoGeSa“ gilt.

Die Abkürzung steht für „Hooligans gegen Salafisten“. Diese Gruppe war vor allem durch eine Demonstration am 26. Oktober 2014 in Köln bekannt geworden, an der zwischen 3000 und 5000 Personen teilnahmen. Damals kam es zu einer Straßenschlacht mit der Polizei.

Der GSD will sich am Sonnabend zwischen 14 und 20 Uhr auf dem Domplatz versammeln. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden begann die Rekrutierung der Teilnehmer schon im Januar dieses Jahres in ganz Deutschland. Von etwa 50 gestellten Ordnern sollen nur 13 aus Sachsen-Anhalt kommen. Es gibt Busanmeldungen aus mehreren Bundesländern.

„Ausnahmezustand“

Auch Linksautonome rufen seit Anfang März auf einer Internetplattform bundesweit dazu auf, bei „dezentralen Aktionen anzugreifen“. Dort heißt es wörtlich: „Es gilt, einen Ausnahmezustand in der Stadt herzustellen, bei dem es ,HoGeSa‘ unmöglich gemacht wird, sich zu bewegen.“

Die Polizei wollte mit Blick auf ein für den heutigen Donnerstag angekündigtes Pressegespräch noch keine Details nennen. Frank Küssner, Sprecher der Polizeidirektion Nord, sagte nur: „Wir werden für den Einsatz auch Unterstützung aus anderen Bundesländern erhalten.“ In der Innenstadt selbst müsse mit Verkehrseinschränkungen gerechnet werden. Es sei zurzeit nur eine Gegendemonstration angemeldet. Dieser Protest aus dem bürgerlichen Spektrum läuft unter dem Motto „Keine Alternative!“ und soll am Sonnabend um 18 Uhr am Hasselbachplatz starten.

Weil der Domplatz „immer häufiger zum Aufmarschplatz für rechtes und intolerantes Gedankengut“ werde, ruft die Domgemeinde an diesem Tag ebenfalls von 14 bis 20 Uhr zu stündlichen Friedensgebeten am Barlach-Mahnmal auf. Zuvor werden fünf Minuten lang die Domglocken läuten.

Bereits am Mittwoch haben Studenten bei einer Aktion „Nazis ankreiden“ mit Sprühkreide auf dem Domplatz ihren Protest gegen den geplanten Aufmarsch zum Ausdruck gebracht.

Arno Frommhagen von der Interessengemeinschaft Innenstadt: „Wir hatten schon beim Großeinsatz zum Fußballspiel gegen Hansa Rostock Einbußen zwischen 15 und 30 Prozent.“