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Elbe

240 Tage ohne Binnenschifffahrt

Im Jahr 2018 hat der Wasserstand der Binnenelbe an 240 Tagen weniger als 1,40 Meter betragen.

23.01.2019, 23:01

Magdeburg (dpa) l Der Wasserstand der Binnenelbe hat im vergangenen Jahr an 240 Tagen weniger als 1,40 Meter betragen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Steffi Lemke hervor. Damit lagen die Fahrrinnentiefen zwischen der tschechischen Grenze und Geesthacht kurz vor Hamburg zu rund zwei Dritteln des Jahres unter dem angestrebten Ziel. Vertreter des Bundes und mehrerer Länder sowie von Naturschutz- und Wirtschaftsverbänden hatten sich 2017 auf ein langfristiges Entwicklungskonzept für den Fluss verständigt. Es sieht vor, dass die Fahrrinne für einen Großteil des Jahres im Durchschnitt 1,40 Meter tief sein soll.

Das Konzept und die jetzt veröffentlichten Daten beziehen sich nicht auf den Elbabschnitt stromabwärts von Geesthacht, an dem auch der Hamburger Hafen liegt. Die Grünen sehen die niedrigen Wasserstände als Beleg, dass die Elbe als Transportweg für die Binnenschifffahrt keine Zukunft hat. „Die Elbe ist keine wirtschaftlich zu betreibende Wasserstraße“, sagte Lemke. 2018 sei die Binnenelbe in Deutschland mehr als die Hälfte des Jahres überhaupt nicht für Güterschiffe befahrbar gewesen. Auch wenn die Lage im vergangenen Jahr wegen des trockenen Sommers besonders dramatisch gewesen sei, bilde 2018 keine Ausnahme. Auch in den Jahren davor sei die Situation ähnlich gewesen.

Lemke führt dazu auch die Transportmengen an, die auf der Elbe transportiert wurden. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf Lemkes Anfrage hervorgeht, wurden 2018 auf der Stadtstrecke Magdeburg 192 601 Gütertonnen registriert. 2015 waren es noch rund 367 000 Tonnen. An der Schleuse Geesthacht wurden 2018 rund 8,55 Millionen Gütertonnen gezählt. Auch hier ging die Menge deutlich zurück, 2015 lag der Wert bei 11,18 Millionen Tonnen.

Statt auf den Güterverkehr sollte aus Sicht der Grünen mehr auf Tourismus und Naturschutz an der Elbe geschaut werden. „Wir müssen dieses Potenzial und die damit verbundene Wirtschaftskraft für die Region endlich sinnvoll nutzen“, so Lemke.