Abgelegene Holzkirche im Harz zieht um

11.03.2021, 12:07
Klaus-Dietmar Gabbert
Klaus-Dietmar Gabbert dpa-Zentralbild

Stiege (dpa) - Im Harz hat am Donnerstag der Umzug einer kompletten Kirche begonnen. Die 116 Jahre alte Holzkirche soll innerhalb der kommenden Monate in einem Waldstück bei Stiege - einem Ortsteil der Stadt Oberharz - abgebaut und im Ortskern wieder aufgebaut werden. Ziel sei es, zumindest die Gebäudehülle bis zum Tag des offenen Denkmals am 12. September wieder errichtet zu haben, wie Regina Bierwisch vom Verein Stabkirche Stiege sagte.

Die im norwegischen Drachenstil erbaute Stabkirche Stiege in Sachsen-Anhalt gilt als deutschlandweit einmalig. Die Bezeichnung Stabkirche geht auf die Art der Konstruktion mit einem Tragwerk aus Holzpfeilern, den Stäben, zurück. Zu Beginn des Umzugs wurde zunächst ein Zierelement abgebaut. Experten hatten bei der Vorbereitung der Umsetzung die Teile der Kirche einem Puzzle gleich aufgeteilt, nummeriert und dokumentiert. Der neue Standort liegt rund acht Kilometer vom derzeitigen Platz neben einem ehemaligen Sanatorium, das nur noch eine Ruine ist.

In der Vergangenheit war die abgelegene Kirche, die seit dem Jahr 2009 nicht mehr genutzt wurde, immer wieder das Ziel von Vandalismus geworden. So wurden Scheiben eingeschlagen und das Gebäude beschmiert. Die Kirche im Stil eines Blockbohlenhauses ist 23 Meter lang, 11 Meter breit und ohne Turm 9 Meter hoch. 100 Sitzplätze weist die winzige Kirche auf. Für die Umsetzung des Gebäudes hat der Verein mit seinen 150 Mitgliedern aus dem gesamten Bundesgebiet rund eine Million Euro Förder- und Spendengelder gesammelt.

© dpa-infocom, dpa:210310-99-768130/4

Stabkirche Stiege