Sachsen-Anhalts AfD-Chef Poggenburg ist kein Mann, der schnell die Flinte ins Korn wirft. Schon oft stand er innerparteilich auf der Kippe. Doch immer wieder konnte er gestärkt aus Krisen hervorgehen. Dass er jetzt Landes- und Fraktionsvorsitz abgibt zeigt, wie groß der Druck ist. Von einem „freiwilligen“ Rücktritt, wie Poggenburg glauben machen will, kann wahrlich nicht die Rede sein. Sein Abschied aus der ersten Reihe bedeutet aber nicht, dass die AfD nun plötzlich von ihrem Rechtskurs abweicht. Schließlich gehört Oliver Kirchner, der ins Spiel gebrachte Poggenburg-Nachfolger, dem ganz rechten Parteiflügel an.

Poggenburg ist indes nicht seine „Kameltreiber“-Rede zum Verhängnis geworden. Es ist vielmehr die Summe dessen, was sich in den zurückliegenden Monaten angestaut hat: Machtkämpfe in der Landtagsfraktion, der Vorwurf der Vetternwirtschaft, heftige Auseinandersetzungen mit Kreisverbänden, Ärger mit dem eigenen Schiedsgericht. Poggenburg hat den Bogen überspannt.