Dessau-Roßlau (dpa) l Mit ihnen lassen sich Öffnungszeiten für Museen und Restaurants nachschauen, Stadtpläne anzeigen und andere nützliche Informationen finden: Smartphones helfen unterwegs oft weiter. Doch das Aufladen der mobilen Geräte ist in vielen Kommunen in Sachsen-Anhalt noch schwierig, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Einige Städte bieten bereits öffentliche Ladestationen für den leeren Akku an. In vielen Kommunen hat ein anderes Digitalisierungsthema dagegen derzeit Vorrang.

Mobile Ladestationen könnten sowohl das Reiseland Sachsen-Anhalt attraktiver machen, als auch für die Bevölkerung nützlich sein, wie eine Sprecherin der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (IMG) in Magdeburg sagte. Auch die von der IMG betriebenen Internetseiten wie "Investieren in Sachsen-Anhalt" oder "Bauhaus entdecken" würden vor allem von Smartphones und Tablets aus aufgerufen.

Doch nur wenige Kommunen im Land haben bislang öffentliche Ladestationen eingerichtet. In Magdeburg und Halle etwa gibt es den Angaben zufolge sogenannte Smartbenches. Die mit Solarmodulen ausgestatteten Sitzbänke seien mit USB-Anschlüssen und kabellosen Lademöglichkeiten ausgestattet. In Halle findet sich eine solche Ladestation auf dem Marktplatz, in der Landeshauptstadt unter anderem am Dom.

Weitere gebe es bei einigen Gewerbetreibenden in Magdeburg: "Öffentlich zugängliche Smartphone-Ladestationen finden sich beispielsweise im Allee-Center, im IKEA-Einrichtungshaus und auch in weiteren Einzelhandels- sowie in gastronomischen Einrichtungen", sagte Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra. Auch in anderen Städten wie Dessau-Roßlau bieten vor allem kundenorientierte Unternehmen öffentliche Ladestationen an.

Im Rathaus Center in Dessau-Roßlau seien im August alle Sitzbänke im Erdgeschoss mit USB-Anschlüssen zum Laden von Smartphones ausgerüstet worden, sagte ein Sprecher des Einkaufscenters. Die Ladestationen seien rechtzeitig vor der Eröffnung des neuen Bauhaus Museums entstanden, das im September gegenüber der Shopping-Meile eröffnet wurde.

Für viele Kommunen sind Ladestationen allerdings noch kein Thema. "In Weißenfels gibt es keine öffentlichen Ladestationen für Smartphone und Co. Es ist natürlich trotzdem möglich, in der Bibliothek oder in den Museen eine Steckdose zu nutzen", sagte Stadtsprecherin Katharina Vokoun. Auch in Sangerhausen und anderen kleineren Städten gibt es bis dato keine Ladestationen.

Für die meisten Kommunen ist ein frei zugängliches W-Lan weitaus drängender. In Dessau-Roßlau etwa wurde kürzlich am Hauptbahnhof kostenfreies W-Lan eingerichtet, wie Stadtsprecher Carsten Sauer sagte. Seit mehreren Jahren gebe es bereits einen Hotspot auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Auch Magdeburg, Halle und andere Städte konzentrieren sich vor allem auf öffentliches W-Lan.

Aus Sicht der IMG gehört das Anbieten von öffentlichen Ladestationen aber dazu, das Land attraktiver zu machen. "Allerdings muss diese Infrastruktur nicht ausschließlich als staatliche Aufgabe gesehen werden", so die Sprecherin. "Öffentliche Ladestationen sollten dort angeboten werden, wo Menschen zusammenkommen: Das gilt für den Bahnhof genauso wie für ein Kino, ein Shopping Center, ein Cafe."