Halberstadt (dpa) l Die Wälder in Sachsen-Anhalt sind durch Trockenheit, Sturm und Schädlingsbefall stark mitgenommen. "Die Bäume sind weitgehend geschwächt und anfällig", sagte die Sprecherin des Landeszentrums Wald, Anne Piechulik, in Halberstadt. Zum einen seien die beiden zurückliegenden trockenen Jahre für den Forst eine große Belastung gewesen. Aber auch der Sturm Friederike Anfang 2018 sowie der Sturm Sabine vor etwa zwei Monaten hätten die Lage weiter zugespitzt. Zudem machten Schädlinge dem Forst zu schaffen. Auf die Waldbrandgefahr habe das laut Experten allerdings keine Auswirkung.

"Die Waldbrandgefahrenstufen werden auf Grundlage der aktuellen Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes festgelegt und sind unabhängig vom Witterungsverlauf der Vorwochen", erklärte Piechulik. Der Niederschlag im Winter habe ausgereicht, um den Oberboden der Wälder gut mit Wasser aufzufüllen. Das aktuelle, frühlingstypische Wetter mit Wind führe allerdings dazu, dass in einigen Regionen die Gefahr vor Waldbränden derzeit leicht steige.

Falls es allerdings wie in den beiden Vorjahren erneut besonders trocken werde, könnte das Folgen haben, wie Piechulik weiter sagte. Die Verantwortlichen vom Kreiswaldbrandschutz könnten dann möglicherweise früher und auch länger die höchsten Waldbrandstufen ausrufen. "Daraus resultieren erhöhte Vorsichtsmaßnahmen", erklärte die Sprecherin. Bei die obersten Gefahr, der fünften Stufe, dürfte der Wald nicht mehr außerhalb von Wegen betreten werden. Auch Rauchen und Grillen in der Nähe eines Waldes ist dann verboten.

Etwa zehn Prozent der deutschlandweiten Waldschäden der vergangenen beiden Jahre fielen laut Umweltministerium auf Sachsen-Anhalt. Zur Bewältigung der Waldschäden sind im Haushaltsentwurf 2020/2021 des Landes insgesamt 32 Millionen Euro eingeplant, davon 13 Millionen Euro Landesmittel.

Nach Angaben des Umweltministeriums besteht etwa ein Viertel der Fläche des Landes aus Wald. Davon gehört etwas mehr als die Hälfte Privatleuten oder Firmen, ein Viertel gehört dem Land, der Rest dem Bund oder anderen Institutionen. Am häufigsten wachsen in Sachsen-Anhalt den Angaben nach Kiefern.