Das Landkreis-Ranking ist nicht die erste Studie, die zeigt: Schrumpfung und Wachstum liegen in Sachsen-Anhalt räumlich eng beieinander. Ausschlaggebend waren oft Standortentscheidungen nach der Wende, die nun allmählich, aber immer spürbarer ihre Wirkung entfalten.

Im Fall der beiden altmärkischen Landkreise lässt sich das besonders gut nachvollziehen. Das Zentrum Stendal, das nach der Wende zunächst massiv an Einwohnern verlor, hat sich inzwischen stabilisiert. Grund sind zahlreiche günstige Weichenstellungen wie die Einrichtung eines Bahnhofs mit ICE-Anschluss nach Berlin, ein Hochschulstandort, Theater und Landgericht oder der angekündigte Autobahnanschluss an die A 14 direkt vor den Stadttoren. In Salzwedel muss die Wirtschaft derweil auf die Querspange B 190n zur A  14 hoffen, vom Wunsch, die B  71 auszubauen, spricht schon niemand mehr. Solche Unterschiede können über die Zukunftsfähigkeit von Regionen entscheiden.