Dresden (dpa) l Die CDU in Sachsen und Sachsen-Anhalt fordert, den Schutz für den Wolf in Deutschland einzuschränken. Der Bund müsse bis Ende 2018 eine verbindliche Aussage über den Zustand der Population treffen und das Wolfsmanagement länderübergreifend an die aktuelle Situation anpassen, heißt es in einer Erklärung der beiden CDU-Landtagsfraktionen nach einem Treffen am Dienstag in Dresden. Man brauche eine Änderung des Schutzstatus'.

Auffällige Wölfe müssten schnell geschossen werden können, sagte Sachsens CDU-Fraktionschef Frank Kupfer. Das sei leider immer noch nicht der Fall. Als ein Landrat in Sachsen einen verhaltensauffälligen Wolf zum Abschuss freigab, sei er mit mehr als 120 Klagen überhäuft worden.

Wolf als bundesweites Thema

Kupfer sieht dabei auch den Bund in der Pflicht. Es habe wohl bisher die Auffassung geherrscht, wenn der Wolf im Osten sei, sei das egal, "hier ist ja sowieso nichts weiter los. Der stört hier nicht". Inzwischen sei er aber so "frech" gewesen und nach Niedersachsen gezogen. Nun sei er ein bundesweites Thema.

Siegfried Borgwardt, Fraktionschef der Union im Magdeburger Landtag, sagte: "Die Population ist nicht mehr gefährdet." Laut einer Übersicht der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf gibt es derzeit in Sachsen-Anhalt elf Rudel. In neun Rudeln konnte man im letzten Wolfsjahr Nachwuchs sichten, insgesamt sind 37 Welpen bestätigt. In Sachsen wurden zuletzt 17 Rudel und vier Paare nachgewiesen sowie 59 Welpen registriert.

Infografik: Der Wolf breitet sich in Deutschland weiter aus | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

In der Erklärung sprechen sich die Unionsfraktionen auch dafür aus, Weidetierhalter "unverzüglich und unbürokratisch von bisher entstandenen und künftigen Kosten im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Wolfes freizustellen".

Die Magdeburger CDU-Fraktion war zu einer Klausur nach Dresden gereist. In Gesprächen mit den sächsischen Parteifreunden ging es auch um die Flüchtlingspolitik, die Reform der Erzieherausbildung und die Standortpolitik der Bundesregierung. Dazu war CDU-Politiker Christian Hirte eingeladen. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung versicherte, dass der Osten am Kabinettstisch in Berlin wieder eine größere Rolle spiele. Erstmals seit 17 Jahren gebe es beispielsweise wieder den Kabinettsausschuss neue Länder.