Halle/Magdeburg/Dessau-Roßlau (dpa) l Mit einer Reihe von Premieren sowie neuen Ausstellungen wollen Theater und Museen in Sachsen-Anhalt das Publikum in diesem Jahr begeistern. Beim ANHALTISCHEN THEATER gehört das Kurt Weill Fest (23. Februar bis 11. März) zu den Höhepunkten. Eigens hierfür bringt die Bühne 90 Jahre nach der Uraufführung eine Neuinszenierung der "Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht und Kurt Weill heraus, der als großer Sohn der Stadt Dessau jedes Jahr mit einem Festival geehrt wird. Eine Dessauer Erstaufführung ist die Inszenierung der Märchenoper "Die Liebe zu den drei Orangen" von Sergej Prokofjew. Sie wird laut Theater im Frühjahr gezeigt.

Fast zeitgleich mit Dessau steht die "Dreigroschenoper" auch in Halle beim NEUEN THEATER als Premiere auf dem Spielplan. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit an Elfriede Jelineks "Wut" kommt das Opernhaus für das Weill-Stück wieder mit ins Boot. Aktuelle Vorgänge in der heutigen Gesellschaft thematisiert "Kriegerin" von David Wnendt über orientierungslose Jugendliche und ihre Lebensangst.

Uraufführungen in Halle

Zwei Uraufführungen bietet die OPER Halle. Für "Inferno/Sacre", einen zweiteiligen Abend, hat Ballettchef Ralf Rossa die Choreografie gestaltet. Das Werk mit Musik des spanischen Komponisten Enric Palomar wird in Halle uraufgeführt. Ein Auftragswerk ist die Oper "Mein Staat als Freund und Geliebte" von Johannes Kreidler. In diesem Stück kommt dem Chor eine ganz besondere Rolle zu.

Den Premieren-Reigen des Jahres 2018 eröffnet am THEATER MAGDEBURG das selten gespielte Stück "Dantons Tod". Die Inszenierung des Musikdramas übernahm Generalintendantin Karen Stone. Im Schauspiel kommt die neue Raumbühne "Raumstation Paradies" zum Einsatz. Zum Auftakt gibt es Stanislaw Lems Science-Fiction-Klassiker "Solaris". Sommer-Highlight beim DomplatzOpenAir ist in diesem Jahr das Musical "Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber.

Asiatisches Kunsthandwerk

Trotz Sanierung des eigentlichen Domizils Schloss Georgium bietet die ANHALTISCHE GEMÄLDEGALERIE Dessau eine Auswahl von mehr als 80 Meisterwerken aus ihren Sammlungen im Sonderausstellungsraum des Museums für Stadtgeschichte. Zu sehen sind Werke aus der Reformationszeit unter anderen von Lucas Cranach d.Ä. sowie eine Auswahl flämischer Malerei. In der Orangerie beim Schloss Georgium gibt es zudem zwei Sonderausstellungen unter dem Titel "Die Farben der Nacht. Dunkelheit als Thema in der Druckgrafik" sowie eine Schau mit Landschafts- und Gesellschaftsbildern des Autodidakten Erhard Vogel.

Im Museum SCHLOSS WERNIGERODE dreht sich die diesjährige Sommerausstellung um Kunsthandwerk aus dem zentralasiatischen Hochland. Unter dem Titel "Magie vom Dach der Welt" zeigt das besucherstärkste Museum Sachsen-Anhalts etwa 150 Objekte aus Tibet.

Das Stendaler WINCKELMANN-MUSEUM will nach Umbau und Modernisierung mit einer neuen Dauerausstellung punkten und viele Originale zeigen, darunter neu angekaufte Objekte. Der Archäologe Johann Joachim Winckelmann wurde in Stendal geboren. In diesem Jahr wird sein 300. Geburtstag begangen.

Regionale Kunst erhält Podium

Mit seiner Dauerausstellung will auch das KUNSTMUSEUM MORITZBURG in Halle auftrumpfen. Nach dem ersten Teil zur Kunst der Moderne von 1900 bis 1945 aus den eigenen Sammlungen komplettiert der zweite Teil die neue Dauerschau mit Kunst von 1945 bis in die Gegenwart. Schwerpunkt ist die Kunst in der DDR.

Das KUNSTMUSEUM KLOSTER UNSER LIEBEN FRAUEN MAGDEBURG bietet dem regionalen Künstler Marion Lobedan mit seinen Arbeiten ein Podium. Geplant ist außerdem ein Projekt zum Thema Kunst und Musik. Es will an verschiedenen Beispielen zeigen, wie Künstler mit modernen Medien und dem Einsatz von Musik umgehen.