Bernburg l Die Polizei im Salzlandkreis fahndet seit Sonntag nach zwei entflohenen suchtkranken Straftätern. Die beiden 24 und 34 Jahre alten Patienten des Maßregelvollzuges Bernburg haben am Sonntag einen unbegleiteten Parkausgang zur Flucht genutzt. „Die Männer hatten die entsprechenden Lockerungsstufen erreicht, so dass sie an einem Gruppenausgang ohne Begleitung teilnehmen durften“, sagte am Montag Franka Petzke von der Salus gGmbH.

Sie waren ursprünglich zu Dritt auf dem Gruppenausgang, als einer von ihnen die Toilette aufsuchte. Als dieser sich der kleinen Gruppe wieder anschließen wollte, waren die beiden anderen verschwunden. Der Mitpatient sei daraufhin sofort in die Klinik zurückgekehrt und habe den Vorfall am frühen Abend gemeldet. „Wir haben umgehend die Polizei informiert“, erklärte die Salus-Sprecherin am Montag weiter. Bei dem 24-jährigen Patienten handelt es sich um einen alkoholabhängigen Straftäter, der wegen besonders schweren Raubes verurteilt worden ist. Er befindet sich seit Dezember 2014 in Therapie. Sein 34-jähriger Mitpatient ist drogenabhängig und  wurde wegen Diebstahls im besonders schweren Fall sowie Unterschlagung verurteilt. Er befindet sich seit Dezember 2016 in der Einrichtung.

Laut Polizeisprecher Marco Kopitz sei ein Fährtenhund angesetzt worden, der die Spur an einem Supermarkt verlor. Er erklärte: „Wir gehen davon aus, dass sie von dort abgeholt worden sind. Die Männer stammen aus dem Harz und Hohenmölsen im Burgenlandkreis.

Der Komplex der Forensischen Klinik Bernburg verfügt über 179 Therapie-Plätze. In diesem Jahr ist es laut Petzke bereits der zweite sogenannte Lockerungsmissbrauch. Im vergangenen Jahr waren es drei solcher Fälle und  ein klassischer Ausbruch von zwei Patienten. In der Regel fasst die Polizei die Flüchtigen nach wenigen Tagen. In einem Fall im Februar vergangenen Jahres wurde ein 36-Jähriger allerdings erst nach sieben Monaten festgenommen.