Magdeburg l Mit einem Lohnzuwachs für Fach- und Führungskräfte in Höhe von 3,5 Prozent über alle Branchen hat Sachsen-Anhalt 2018 alle anderen Bundesländer hinter sich gelassen. Die Landeshauptstadt Magdeburg schaffte es sogar auf vier Prozent. Die Zahlen stammen aus dem gerade veröffentlichten „Gehaltsatlas 2019“ des Portals „Gehalt.de“.

Für die Studie hat das Unternehmen mit Sitz in Hamburg 492.000 Datensätze der Beschäftigtenkategorie für die vergangenen zwölf Monaten ausgewertet. Dazu zählen etwa Ärzte, Finanzexperten, aber auch Meister in technischen Berufen. Die Verfasser gehen davon aus, dass sich der positive Trend für Sachsen-Anhalt 2019 fortsetzt. Als wichtigste Wirtschaftszweige haben sie den Maschinenbau und die Chemieindustrie identifiziert.

Lohnschere schließt sich weiter

Mit 35.500 Euro brutto Jahreseinkommen über alle Berufsfelder hinweg bleibt Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich zwar Vorletzter vor Mecklenburg-Vorpommern (34.155 Euro) – der Bundesschnitt liegt bei 45.000 Euro. Dank Gehaltszuwächsen auch in den anderen neuen Ländern schloss sich die Lohnschere zwischen Ost im West im Vergleich zum Vorjahr aber weiter – um 1,3 Prozent (auf 23,9 Prozent).

Die Einkünfte von 85.000 Fach- und Führungskräften hat auch das zum Axel-Springer-Verlag gehörende Job-Portal „Step-Stone“ im aktuellen „Gehaltsreport 2019“ untersucht.

Sachsen-Anhalt liegt zwar auch hier mit 42.340 Euro Brutto-Jahresverdienst insgesamt nur knapp vor dem letztplatzierten Mecklenburg-Vorpommern (42.063 Euro). Beim Blick auf einzelne Branchen zeigt sich allerdings ein differenziertes Bild: In vier von neun untersuchten Berufsfeldern lässt Sachsen-Anhalt im mitteldeutschen Vergleich mit Thüringen und Sachsen beide Nachbarn hinter sich. Vorn dabei sind etwa die Ingenieurberufe. Fachpersonal verdiente hier zuletzt 52.177 Euro brutto im Jahr. Das waren fast 2300 Euro mehr als in Sachsen und knapp 1600 Euro mehr als in Thüringen.

Platz 2 bei Marketing und Vertrieb

Auch bei Marketing, Vertrieb sowie im Personalwesen schneidet Sachsen-Anhalt im mitteldeutschen Vergleich am besten ab. Bei Marketing und Vertrieb reicht es sogar im Vergleich aller neuen Länder, inklusive Berlin, für Platz 2. „Die Ergebnisse sind mit Blick auf einzelne Berufsgruppen ermutigend“, sagte Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD). Dennoch bleibe die Zahlung wettbewerbsfähiger Löhne und Gehälter für viele Unternehmen eine Herausforderung – vor allem auch wegen des wachsenden Fachkräftemangels.

Neben positiven Trends gibt es auch viel Schatten: In den Branchen IT, Technische Berufe sowie Einkauf und Logistik verdienten Führungskräfte nirgends so wenig wie in Sachsen-Anhalt. Insgesamt arbeiteten 2017 noch 36,3 Prozent aller Beschäftigten im Land für Niedriglohn (weniger als 2139 Euro brutto). Im Bundesschnitt waren es nur knapp 20 Prozent.

Der Kommentar "Positiver Trend" zum Thema.