Magdeburg (dpa) l Fragen, Beschwerden, Bußgeldverfahren: Die Umsetzung der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung hält Sachsen-Anhalts obersten Datenschützer Harald von Bose auf Trab. Die Zahl der konkreten Beschwerden allein im Unternehmensbereich habe in diesem Jahr bis Mitte September schon 300 erreicht nach 229 im Jahr 2016 und 203 im Jahr 2017, sagte von Bose am Dienstag in Magdeburg. "Dazu kommen Hunderte von Informations- und Beratungsanfragen auch telefonisch, die auch schon vor dem Mai 2018 bedient werden mussten."

Die Beschwerden gingen vor allem von betroffenen Kunden und Verbrauchern ein, sagte von Bose. Es gehe um Fälle, in denen Unternehmen Daten ohne erkennbare Rechtsgrundlage an Dritte weitergegeben haben, aber auch um fehlende Datenschutzhinweise auf Unternehmens-Homepages oder Videoüberwachungen, erklärte von Bose.

Seine Behörde mit 26 Mitarbeitern führe aktuell rund 20 Bußgeldverfahren gegen Unternehmen und Privatleute nach dem neuen Recht. Zur Höhe der angestrebten Bußgelder, die verhältnismäßig, aber auch abschreckend sein sollen, sagte von Bose nichts.