Magdeburg (dpa) l Mehr als 60 Bürger haben Verbesserungsvorschläge für das geplante Klima- und Energiekonzept der Landesregierung gemacht. Insgesamt seien über ein Portal im Internet 67 Stellungnahmen eingegangen, teilte das Umweltministerium auf Anfrage mit. Die meisten beziehen sich einer ersten vorläufigen Auswertung zufolge auf den Bereich Energie. Den Bürgern gehe es in erster Linie um die Veränderungen in der Energiewirtschaft wie dem Ausbau der erneuerbaren Energien, hieß es.

Die schwarz-rot-grüne Koalition hat sich das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 auf 31,3 Millionen Tonnen zu begrenzen. Laut dem Umweltministerium gibt es noch eine Lücke von etwas mehr als 1,8 Millionen Tonnen. Das Klima- und Energiekonzept soll Maßnahmen auflisten, mit denen Sachsen-Anhalt sein Klimaziel erreichen kann. Neben dem Online-Portal gab es auch zwei Regionalkonferenzen zur Beteiligung der Öffentlichkeit. Den Angaben zufolge beteiligten sich dort 66 gesellschaftliche Akteure.

Entwurf mit 70 Maßnahmen

Einen Entwurf des Konzepts hatte Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) im August vorgestellt. Rund 70 Maßnahmen sind aufgeführt. Im Bereich Energiewirtschaft gehören dazu vor allem der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und der erneuerbaren Energien wie etwa Solar- und Windkraft sowie bessere Speichermöglichkeiten. Zudem soll industrielle Abwärme häufiger genutzt werden. Mehr Mischwälder stehen ebenfalls auf der Wunschliste des Ministeriums.

Bei vielen Punkten des Konzepts sind die Bürger Dalbert zufolge aber auch selbst gefragt. Klimafreundliches Einkaufen, die Bemühung, keine Lebensmittel wegzuschmeißen und den öffentlichen Nahverkehr stärker zu nutzen, gehörten dazu. Dalbert will diese Themen mit Informationen und Kampagnen begleiten.

Das Konzept macht jeweils die Auswirkungen auf die Reduktion der Treibhausgasemissionen, die Kosten, Umsetzbarkeit und auch Hemmnisse transparent. Dalbert sprach deshalb bereits von einem "Meilenstein in der Energie- und Klimapolitik". Die Verbesserungsvorschläge der Bürger werden jetzt ausgewertet. Im Dezember soll das fertige Konzept stehen.

Die Industrie- und Handelskammern hatten vor zu großen Belastungen für die Wirtschaft durch das Klima- und Energiekonzept gewarnt. Sie argumentieren, dass die Unternehmen bereits einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Es dürfe nur um Effizienzsteigerungen "im Rahmen der physikalischen und technischen Grenzen" gehen.