Halle (dpa) l Die Zahl junger Menschen in Sachsen-Anhalt ist nicht so stark zurückgegangen wie erwartet. 2017 lebten rund 199.700 Männer und Frauen im Alter zwischen 20 bis 30 Jahren in Sachsen-Anhalt, wie der Präsident des Statistischen Landesamts, Michael Reichelt, in Halle sagte. Zehn Jahre zuvor waren es rund 298.200 junge Menschen. Damit sank die Zahl innerhalb von zehn Jahren um rund ein Drittel.

Mit Blick auf die Geburtenrate hätten 2017 allerdings 50 Prozent weniger junge Menschen im Land leben müssen, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Zu den Gründen für den langsameren Rückgang gehören nach Angaben des Statistischen Landesamts der stärkere Zuzug bei Familien mit Kindern und der Abwanderungsstopp bei jungen Frauen.

"Sachsen-Anhalt ist attraktiv für junge Menschen", sagte Haseloff. Es gebe freie Stellen und eine gute Kinderbetreuung. Auch der Wohnraum sei im Vergleich zu anderen Bundesländern bezahlbar. Am häufigsten lebten die 20- bis 30-Jährigen allein (42,3 Prozent). Aber auch Hotel Mama war beliebt – wenn auch weit weniger als noch vor zehn Jahren. 2017 gab es den Angaben zufolge rund 20.700 Nesthocker im Alter von 20 bis 27 Jahren. Davon waren zwei Drittel Männer. 2007 lebten 82.300 junge Menschen noch bei ihren Eltern.

Zudem versuchten die jungen Menschen, gesünder zu leben. 2017 rauchten 30,7 Prozent aller Frauen und 36,3 Prozent aller Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Das waren zwölf Prozent weniger als 2005.