Magdeburg l In der Debatte über unzureichende Landeszuschüsse für Schulen in freier Trägerschaft legt deren Dachverband (VdP) jetzt mit aktuellen Zahlen nach: Demnach entsprachen die Landeszuschüsse pro Schüler an Privatschulen im gerade erst abgerechneten Jahr 2015 nur 58 Prozent (4300 Euro) dessen, was das Land je Schüler an staatlichen Schulen ausgab (7400 Euro). Das Land habe so auf Kosten der Privaten allein 2015 mehr als 72 Millionen Euro gespart, so VdP-Chef Jürgen Banse.

Das Bildungsministerium widerspricht. Man dürfe nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, sagte Sprecher Stefan Thurmann. In den staatlichen Ausgaben seien etwa Aufwendungen für die Schulaufsicht enthalten, die sowohl für die öffentlichen als auch für Ersatzschulen zuständig sei. Die Behörde verwies zudem auf ein Gutachten, das im Auftrag der Landesregierung bis Anfang nächsten Jahres die „tatsächlichen Schülerkosten“ an den Ersatzschulen für das Jahr 2015 ermitteln soll. Die Ausgaben für die Privaten seien zudem zuletzt stetig gestiegen. 2011 hätten die Zuschüsse noch bei 77 Millionen Euro gelegen, 2017 seien es bereits 119 Millionen gewesen.

Rechtsgutachten hatten die Finanzausstattung der freien Schulen zuletzt als verfassungswidrig eingestuft. Die Koalition will sie nun neu regeln. Grundlage dafür soll das Schülerkosten-Gutachten sei. Die Regierungsfraktionen verhandeln derzeit über eine mindestens 20 Millionen Euro umfassende Überbrückungshilfe für die Privaten bis zum Vorliegen der Neuregelung. Sie könnte ab August greifen.