Badeborn l Martin Reichardt ist Spitzenkandidat der sachsen-anhaltischen AfD für die Bundestagswahl am 24. September. Der 47-Jährige setzte sich am Sonntagnachmittag in Badeborn (Landkreis Harz) mit 142 Stimmen gegen Andreas Kühn (102 Stimmen) und Uwe Scheidemann (19 Stimmen) durch. Reichardt war vom AfD-Landesvorstand für das Spitzenamt empfohlen worden.

Der aus Goslar (Niedersachsen) stammende Reichardt war nach eigenen Angaben bereits Mitglied bei der SPD, bei den Republikanern und der FDP. Lange Zeit war er Bundeswehr-Offizier bei der Panzertruppe, 2001 wechselte er in die Wirtschaft. Der verheiratete Vater von drei Kindern sagte, er sei derzeit leitender Angestellter im Bereich der Bau- und Sicherheitsbranche.

Reichardt betonte in seiner Rede, er werde sich für an den Rand gedrängte Menschen einsetzen. Die Agenda 2010 und Hartz 4 bezeichnete er als "politische Verbrechen". "Wir sind die Partei der Deutschen", sagte er. "In einigen Jahren werden wir die deutsche Volkspartei sein."

Die AfD hat in Sachsen-Anhalt nach eigenen Angaben 675 Mitglieder und deren Zahl damit binnen eines Jahres fast verdoppelt.