Magdeburg (jhe) l Chompunuch Sarasaen ist Spezialistin für bildgebende Verfahren. Sie hat Radiologietechnik und Biomedizinische Ingenieurwissenschaft studiert und als Radiologietechnikerin in einem der größten Krankenhäuser Südostasiens, dem thailändischen Bumrungrad International Hospital, gearbeitet. Für ihre Promotion ist sie von Thailand nach Deutschland gezogen.

„Es geht um MRT, zum Beispiel im Bauchbereich. Beim Atmen bewegen sich die Organe im Bauch rauf und runter, es kommt zu Abweichungen in der Bildgebung. Ich möchte bekannte Daten nutzen, um diese Abweichungen während des Scans in Echtzeit korrigieren zu können“, sagt die Wissenschaftlerin. Das würde die anstrengende und teure Zeit im MRT verkürzen.

Meiste Arbeit am Computer

An der Uni Magdeburg stehen für die MRT-Forschung der leistungsstarke 7  Tesla-Hochfeld-Kernspintomograph – der hier europaweit zuerst aufgestellt wurde – und ein 3  Tesla Magnetom Skyra zur Verfügung. Meistens arbeitet die Doktorandin jedoch am Computer und programmiert. Warum dazu extra nach Magdeburg kommen?

Chompunuch Sarasaen hat die Universität über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefunden. Sie wollte gern nach Deutschland, eine zweite Option wäre Berlin gewesen. Auch dort gab es ein Projekt, das sie interessierte. Aber das Programm der Graduiertenschule Memorial in Magdeburg bot für ihr Vorhaben die ideale Gelegenheit – ein Schnittstellen-Projekt zwischen Medizintechnik und Werkstofftechnik.

Seit Beginn 2017 werden Master- sowie Promotionsstipendien an herausragende Studenten und Absolventen mit Fachschwerpunkt Medizintechnik vergeben. Chompunuch Sarasaen wird von Prof. Dr. Oliver Speck am Institut für Experimentelle Physik und von Prof. Dr. Georg Rose am Institut für Medizintechnik und am Forschungscampus Stimulate betreut.

Doktorandin fühlt sich in Magdeburg wohl

In Magdeburg fühlt sich die 29-Jährige wohl. Die Stadt ist nicht zu groß und trotzdem belebt. Sie geht gern an der Elbe laufen und hat bei der Interkulturellen Studierendenvereinigung (IKUS) der Universität schnell bei einem Fotografie-Workshop Anschluss gefunden. Verschiedene Kulturen treffen auch in ihrem Team aufeinander: Aus Taiwan, Italien und Indien kommen die jungen Doktoranden nach Magdeburg, um am Memorial-Programm teilzunehmen.

Chompunuch Sarasaen ist seit September 2017 in Magdeburg. Sie lernt neben ihrer Arbeit intensiv Deutsch, versteht die Sprache gut und lernt die Grammatik. Die Aussprache sei noch schwierig, dennoch spricht sie selbstbewusst und so viel sie kann. Bei der Arbeit im internationalen Promotionsprogramm wird allerdings nur Englisch gesprochen.