Sie sind seit zehn Monaten in Magdeburg. Was gefällt Ihnen an der Stadt und was gefällt Ihnen vielleicht nicht so gut?

Finn Lemke: Mir gefallen besonders gut die Grünanlagen in den tollen Parks an der Elbe. Dort kann ich wunderbar mit meinem Hund rausgehen und Kraft tanken; die Kompaktheit der Stadt rund um das Zentrum, und, dass ich von meinem Wohnort aus alles mit dem Fahrrad erreichen kann.

Sie sind bei Bremen in einer Handballfamilie aufgewachsen, da ist es nachvollziehbar, dass Sie ebenfalls diesen Sport betreiben. Parallel studieren Sie an der Hochschule Soziale Arbeit. Was war Ihre Motivation, diesen Studiengang auszusuchen?

Während meiner Schulzeit habe ich bereits drei Praktika in der Arbeit mit behinderten Menschen absolvieren und erleben dürfen – das hat mir direkt so gut gefallen, dass ich ab dem Zeitpunkt nach meinem Abitur den Wunsch hegte, nach meiner Sportlerkarriere in diesem Sektor Fuß zu fassen. Die Grundlage dafür liefert mir nun das Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Wie muss man sich Ihren Studienalltag vorstellen? Gibt es auf Leistungssportler zugeschnittene Sonderformen oder läuft es wie bei allen anderen Studierenden auch?

Durch die hohe Trainingsbelastung in der Woche mussten wir, die Hochschule und ich, gemeinsam einen Plan erarbeiten, mit dem das Studium für mich zu bewältigen ist. Da die Trainingseinheiten zu unterschiedlichen Zeitpunkten in der Woche stattfinden, ist es leider nicht möglich, den gesamten Studiengang in einer Suite durchzulaufen. Somit springe ich durch die einzelnen Suiten, um möglichst viele Kurse belegen und abschließen zu können. Dazu ein riesengroßes Dankeschön an meine Dozenten und Kommilitonen – im Besonderen an Frau Stirtzel –, ohne deren große Hilfe es nicht funktionieren würde.

Hatten Sie schon Zeit und Möglichkeit, etwas außerhalb des Studiums mit Kommilitonen zu unternehmen?

Aufgrund der Anzahl der Spiele in der Bundesliga, im Pokalwettbewerb, im europäischen Wettbewerb und der Europameisterschaft war das leider noch nicht möglich. Ich freue mich aber, die freie Zeit zwischen den Vorlesungen mit meinen Kommilitonen im Café Frösi oder in der Mensa bei Kaffee und Essen zu genießen und dort raus aus dem Handballkosmos zu kommen.

Magdeburger sind sportverrückt. Bei Handballspielen in der GETEC-Arena ist die Stimmung oft großartig. Ähnlich euphorisch ist es in dieser Saison auch beim Fußball. Haben Sie schon einmal ein Heimspiel des 1. FC Magdeburg besucht?

Magdeburg lebt Sport! Vom ersten Tag an verspürte ich in der gesamten Stadt eine enorme Sportleidenschaft und auch einen Stolz über die lange, erfolgreiche Tradition der ansässigen Sportvereine. Diese Leidenschaft finde ich bemerkenswert, einfach großartig! Sie spiegelt sich in der Stimmung beim 1. FC Magdeburg und beim SCM wider. Genau diese Stimmung hat mich bei meinem ersten Live-Spiel in der MDDC-Arena so überwältigt, dass ich fortan jedes Spiel versuche vor Ort, oder zumindest im Live-Ticker, zu verfolgen.