Röblingen am See (dpa) l Das ist der neue Landesvorstand der CDU-Sachsen-Anhalt:

HOLGER STAHLKNECHT

Wenige Tage nach seinem 54. Geburtstag erfüllt sich für den gebürtigen Niedersachsen ein lang gehegter Traum. Der Jurist und Oberstleutnant der Reserve übernimmt den Parteivorsitz in Sachsen-Anhalt. Er will der Landespartei wieder ein klareres Profil verordnen. Sein Mantra: Vertrauen in Politik und Staat muss mit Verlässlichkeit zurückgewonnen werden. Außerdem kündigte er bereits an, mehr Frauen als CDU-Kandidaten für die Parlamente und politische Ämter gewinnen zu wollen. Stahlknecht lebt in Wellen in der Börde, ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Heimat war er zunächst parteiloser Ortsbürgermeister, ehe er vor 18 Jahren in die CDU eintrat. Seit 2011 ist er Innenminister. Diesen Posten wolle er nach der nächsten Landtagswahl auf jeden Fall abgeben, weil er für Ämterzeitbegrenzung sei, kündigte er an. Für die Zeit danach dürfte sein Ziel klar sein: Er gilt als aussichtsreichster Kandidat für eine Nachfolge von Ministerpräsident Reiner Haseloff.

HEIKE BREHMER

Die 56-Jährige ist die einzige Frau im Spitzenquartett der Landes-CDU. Sie ist seit acht Jahren Vize-Parteichefin und sitzt seit neun Jahren für die CDU und den Harz im Bundestag. Die gebürtige Staßfurterin ist studierte Betriebswirtin und Ökonomin. Zwischen 2003 und 2007 war sie Landrätin des damaligen Kreises Aschersleben-Staßfurt. Brehmer ist Mutter von zwei Kindern. Sie konnte mit 81,2 Prozent Zustimmung ihren Platz als stellvertretende Parteichefin verteidigen – und holte im Vize-Trio das beste Ergebnis.

ANDRÉ SCHRÖDER

Schröder ist seit mehr als zwanzig Jahren in verschiedenen Funktionen für die CDU aktiv. Seine Karriere begann er parallel zum Parteieintritt 1996 als Referent der Landtagsfraktion, wurde Staatssekretär, Fraktionschef im Landtag und ist seit 2016 Finanzminister. Der 49-Jährige galt lange zusammen mit Stahlknecht als Kronprinz und Anwärter für die Haseloff-Nachfolge, musste zuletzt aber mehrfach – auch wegen der holprigen Aufstellung des Landeshaushalts – auch parteiintern Kritik einstecken. Er wurde mit knapp 72 Prozent als Vize-Parteichef bestätigt.

MARCO TULLNER

Der 50 Jahre alte Bildungsminister ist erstmals in den Landesvorstand der CDU aufgerückt. Er erhielt 68 Prozent der Delegierten-Stimmen. Mitglied ist Tullner bereits seit 1991. Seit fünf Jahren führt er den Kreisverband in seiner Heimatstadt Halle, hat dort aktuell aber mit einiger Unruhe und Personaldiskussionen wegen der Aufstellung der Kommunalwahl zu kämpfen. Als Minister muss er eine der größten Baustellen im Land lösen: der Lehrermangel sorgt für unzufriedene Eltern, belastete Lehrer und Unterrichtsausfall. Zwischen 2011 und 2016 war er Staatssekretär für Wissenschaft. Der gebürtige Wismarer ist verheiratet und hat zwei Kinder.