Magdeburg l Es ist ruhig im Haldensleber Waldstadion. Neben den Vögeln und einem Traktor, der die Bahnen säubert, ist das Zischen des Rasensprengers zu hören, der im Zusammenspiel mit der Sonne einen Regenbogen über der Rasenfläche erscheinen lässt. Gegen 16 Uhr hört man schon die ersten Kinder, die zum ersten Mal wieder im Waldstadion trainieren können. An diesem Tag sind es allerdings nur sieben Mädchen, was an den Einschränkungen, die das Land Sachsen-Anhalt infolge der Lockerungen der Maßnahmen getroffen hat, liegt. Unter Auflagen dürfen Sportvereine nämlich wieder trainieren.

Die Leichtathleten des HSC in Haldensleben haben lange genug gewartet. „Sieben Wochen haben sie alleine trainiert. Es besteht großes Interesse bei den Sportlern wieder ins Stadion zu kommen“, sagte Hartmut Baethge, Abteilungsleiter Leichtathletik des HSC. Nach etlichen Besprechungen steht nun der Plan.

Baethge informierte, dass das Leichtathletik-Training so gut es geht normal weitergeführt wird. Die 120 Sportler des Vereins werden, wie es die Auflagen Sachsen-Anhalts vorsehen, in Gruppen mit jeweils fünf Personen eingeteilt. Jede dieser Gruppen wird dann von einem Trainer betreut. Die Trainingspläne dafür seien schon in Arbeit, sagte er.

Umkleide und Duschen geschlossen

Da das Waldstadion recht weitläufig ist und es verschiedene Bereiche für beispielsweise Weitsprung, Wurf oder Laufen gibt, können die Abstandsregeln ebenfalls eingehalten werden. Dennoch sollen nicht mehr als 30 Personen am Tag die Anlage nutzen. „Wir tragen die Verantwortung für alle“, sagte Baethge. Dementsprechend wird zum Beispiel bei den Aufwärmrunden jeweils eine Bahn zwischen den Sportlern ausgelassen, um so ausreichend Abstand zu schaffen.

Nach dem Training muss die Erfrischungsdusche allerdings nach Hause verlegt werden, denn die Benutzung der Duschen und Umkleidekabinen ist durch die neuen Auflagen nicht gestattet.

„Wir können die Auflagen zu 100 Prozent einhalten“, sagte er positiv gestimmt. Die Stadt habe dem Antrag des Vereins die Freigabe gegeben, wodurch die ersten Trainingstage stattfinden konnten.

Auch die Mitglieder des Tennisclubs Gardelegen sind dazu angehalten, schon in Sportkleidung zum Training zu erscheinen, informierte Vorstandsvorsitzender Carsten Birner. Bis der Spielbetrieb im Tennisverein wieder aufgenommen werden kann, wird es allerdings wohl noch etwas dauern. „Wir müssen erst einen Antrag an die Stadt stellen und dann bekommen wir die Freigabe“, sagte Birner. Ebenfalls müssten unter anderem auch die Sportler über die neuen Vorgaben und Regeln belehrt werden, fügte er hinzu.

Tennis und Fußball eingeschränkt möglich

Beim vorgeschriebenen 1,5-Meter-Abstand und der begrenzten Personenanzahl in einer Gruppe, sieht der Vorstandsvorsitzende allerdings keine Probleme. „Das Doppel, also das Spiel mit vier Spielern, untersagen wir. Beim Einzelspiel mit zwei Spielern ist der nötige Abstand gewährleistet“, sagte Carsten Birner. Der Verein zählt insgesamt 60 Mitglieder. Obwohl nicht alle von ihnen aktiv am Training teilnehmen, werden die Verantwortlichen des Vereins darauf achten, dass die Anzahl an Sportlern auf der Anlage begrenzt wird. Für Carsten Birner wird es endlich Zeit, dass das Training wieder aufgenommen werden kann. „Alle Sportler stehen schon lange in den Startlöchern“, sagte er.

Nicht nur die Tennisvereine dürfen wieder die Bälle über das Netz schlagen. Auch das Fußball-Training ist in Kleingruppen zulässig. Doch könnte sich die Einhaltung der Vorgaben bei dieser Sportart etwas schwieriger gestalten, denn Fußball ist schließlich auch ein Kontaktsport. „Es sind nur Übungen auf Distanz möglich“, sagte Markus Stein, Abteilungsleiter Fußball des Vereins SV Cochstedt 1930. Richtige Spiele stehen daher zunächst nicht auf dem Trainingsprogramm.

Bisher nahmen etwa 20 Männer aktiv am Fußball-Training teil und bei den Kindern waren es meist auch um die 15 Spieler, informierte Stein. Wie sich das Training jedoch in Zukunft gestaltet und wann die ersten Bälle wieder rollen werden, sei noch ungewiss. „Wir warten erst einmal auf die Bestimmungen, die der Fußballverband Sachsen-Anhalt vorgibt und dann schauen wir weiter“, erklärte er.

Obwohl allmählich die Maßnahmen gelockert werden und die Sportler wieder ihrem Hobby nachgehen können, bleiben weiterhin Wettkämpfe verboten und auch Zuschauer sind nicht gestattet.