Magdeburg l Der Chef des Landes-Gymnasiallehrerverbands, Thomas Gaube, hat das Hygienekonzept der Landesregierung für den Start ins neue Schuljahr kritisiert: „Was soll eine Maskenpflicht für zwei Tage“, sagte Gaube am Dienstag (19. August). Das ergebe schon mit Blick auf die Inkubationszeit nach einer Ansteckung keinen Sinn. „Angesichts der Tatsache, dass in den meisten Unterrichtsräumen bei voller Anwesenheit der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, wäre zumindest vorläufig eine generelle Maskenpflicht angebracht“, sagte Gaube.

Wenig schlüssig sei auch die Vorgabe, in festen Klassen zu unterrichten. Denn: „In der Oberstufe müssen Schüler schon wegen des Kurssystems ständig die Räume wechseln.“

Klare Vorgaben vermisst

Nicht zuletzt vermisse er Vorgaben für regelmäßiges Lüften, ergänzte Gaube. Er ist zugleich Leiter des Giebichenstein-Gymnasiums in Halle. Masken im Unterricht wären nach Ansicht des Philologenverbandschefs vor allem auch für Lehrer wichtig, die etwa wegen ihres Alters zur Risikogruppe für schwere Corona-Verläufe zählen. Landesweit 1300 Pädagogen – acht Prozent des Lehrpersonals – waren vor den Ferien dank eines Attests noch vom Präsenzunterricht befreit. Sie müssen laut Landesregierung nun zurückkehren, zumindest dort, wo an einer Schule kein Corona-Fall bekannt ist.

Um Risikogruppen beim Personal zu schützen, will das Land die Schulen mit FFP-2-Masken mit Filtern ausstatten. Zusätzlich würden eine Million OP-Masken sowie 20.000 Liter Desinfektionsmittel an die Schulen verteilt, hieß es am Dienstag.

Schülerzahlen steigen erneut

Die Linke rechnet neben der Corona-Problematik im neuen Schuljahr mit anhaltendem Lehrermangel. Er gehe davon aus, dass die Zahl der Lehrer etwa durch Altersabgänge im Vergleich zum Schuljahresende bestenfalls stabil bleibt, sagte Fraktionschef Thomas Lippmann zur Begründung. Gleichzeitig stiegen die Schülerzahlen erneut um 1000 bis 1500.

Das Bildungsministerium verwies auf das Ziel, 2020 mindestens 1000 Lehrer einzustellen. 700 seien bereits vertraglich gebunden. Auch aktuell laufe eine Großausschreibung für 480 Stellen, sagte ein Sprecher. Meinung