Magdeburg (dpa) l Wegen der Corona-Pandemie ist die Zahl der Hochzeiten in Sachsen-Anhalt mancherorts deutlich zurückgegangen. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, wurden in vielen Standesämtern in Sachsen-Anhalt zwischen Januar und November diesen Jahres weniger Trauungen vollzogen als im gleichen Vorjahreszeitraum. Das habe auch Auswirkungen auf das kommende Jahr.

In Halle wurden in diesem Jahr bis einschließlich Ende November 678 Ehen geschlossen, wie der Leiter des Standesamts, Maik Becker, erklärte. Im gleichen Vorjahreszeitraum gab es fast 100 Trauungen mehr. In Halberstadt ging die Zahl der Eheschließungen nach eigenen Angaben zwischen Januar und November 2019 von 160 auf 117 in den ersten elf Monaten 2020 zurück.

Auch in Wittenberg heirateten in diesem Jahr weniger Paare. Bis Ende November wurde 170 Mal das "Ja"-Wort gesprochen, wie Stadtsprecherin Karina Austermann sagte. Im Vorjahreszeitraum gab es 225 Trauungen. Nur in der Landeshauptstadt blieb die Zahl der Trauungen in etwa gleich. Zwischen Januar und November 2019 heirateten 758 Paare, wie Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra sagte. In diesem Jahr gab es bis einschließlich Ende November 756 Hochzeiten.

Schuld an dem Rückgang war die Corona-Pandemie. "Da einige Brautpaare durch Corona-Fälle im familiären, schulischen oder beruflichen Umfeld in Quarantäne mussten, wurden Eheschließungen abgesagt beziehungsweise auf andere Monate verschoben", erklärte Kinszorra aus Magdeburg. Ausländische Paare hatten aufgrund der zeitweisen Einreisebeschränkungen zudem Schwierigkeiten in Magdeburg zu heiraten. Außerdem gab es Beschränkungen in den Behörden, so dass es teils problematisch war, Urkunden zu besorgen, so Kinszorra.

Andere Paare hatten darüber hinaus Probleme, geeignete Orte für ihre Feiern zu finden und verschoben die geplanten Hochzeiten lieber, wie die Stadtsprecherin von Halberstadt, Ute Huch, erklärte. Zudem war aufgrund der Corona-Maßnahmen nur eine bestimmte Anzahl an Gästen zugelassen. Einige Heiratswillige sagten ihre geplante Hochzeit daher ab.

Die Pandemie hat den Standesämtern zufolge auch auf das kommende Jahr Auswirkungen – denn viele Hochzeiten wurden nur verschoben. In Halle seien daher bereits 75 Eheschließungen für die ersten sechs Monate des Jahres 2021 angemeldet, erklärte Becker. In der Landeshauptstadt sicherten sich 156 Paare einen Hochzeitstermin für das kommende erste Halbjahr. In Halberstadt meldeten sich bereits 15 Heiratswillige an. In Wittenberg reservierten allein für die ersten drei Monate des neuen Jahres sechs Paare einen Termin.

Wie das Statistische Bundesamt unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse erklärte, wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres landesweit 3668 Ehen geschlossen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres gab es 4251 Hochzeiten. Mitte März hatten Bund und Länder strenge Auflagen verhängt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Viele Standesämter schlossen vorübergehend oder schränkten ihre Dienste ein. Bundesweit gab es in den ersten sechs Monaten des Jahres 139.900 Ehen, 29.200 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.