Halle (dpa) l Steht der Karneval in diesem Jahr wegen des Coronavirus vor dem Aus? Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine derartige Überlegung ins Spiel gebracht hat, regt sich in Sachsen-Anhalt Unmut.

"Da muss man überlegen, ob eine bundeseinheitliche Regelung tatsächlich anzuwenden wäre. Die Infektionszahlen in Sachsen-Anhalt geben ja eigentlich eine solche Überlegung gar nicht her", sagte der Präsident der 1. Köthener Karnevalsgesellschaft KuKaKö, Ronald Mormann, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir gehen sogar davon aus, wenn die Fallzahlen nicht drastisch steigen, dass es im September noch weitere Lockerungen geben wird."

1000 Teilnehmer sind gestattet

Laut Mormann ist die Anzahl der Besucher, die zur Eröffnung der Session am 11.11. auf dem Markt in Köthen erwartet werden, von der derzeit gültigen Corona-Verordnung Sachsen-Anhalts gedeckt, wo Feiern im Freien mit bis zu 1000 Teilnehmern gestattet seien.

So könne es aus Sicht der Köthener nichts geben, "was uns diese Veranstaltungsform verwehrt." Bei KuKaKö werde die Session wie geplant vorbereitet. "Und wenn dann tatsächlich abgesagt wird, dann kann man zwar die ganzen Eintrittskarten nicht verkaufen, aber dann steht eben wieder alles auf Anfang für das nächste Jahr", so Mormann.

"Der Karneval findet statt"

"Der Karneval findet statt, aber in welcher Form, das können wir heute noch nicht sagen", sagte der Präsident des Karneval Landesverbandes Sachsen-Anhalt, Dirk Vater. "Es ist ja im letzten halben Jahr so viel Kreatives entstanden, warum soll beim Karneval nicht auch etwas Kreatives entstehen?"

So wird der Bund Deutscher Karneval nach den Angaben von Vater am 11. November, 11.11 Uhr eine Eröffnung mit 11 Programmpunkten und in 11 Minuten in digitaler Form anbieten.

In Sachsen-Anhalt sind im Karneval-Landesverband derzeit nach dessen Angaben 190 Vereine mit rund 17 600 Karnevalisten organisiert.