Magdeburg l „Es sind vor allem die tiefen Basstöne, die für das Problem verantwortlich sind“, sagt Ralf Lindemann, für den Magdeburger Dom zuständiger Bauleiter der Kulturstiftung. Am deutlichsten sei das Fensterklirren während eines Konzerts der Band „Die fantastischen Vier“ am 25. August beobachtet worden.

Gefährliche Vibrationen

Die Domgemeinde habe der Stiftung gemeldet, dass vor allem beim Einstellen der Musikanlage für das Konzert der Ton so laut aufgedreht worden sei, dass die Fensterscheiben zu vibrieren und damit zu klirren angefangen haben. „Das darf nicht sein“, so Ralf Lindemann. Bei den Domfenstern handele es sich um eine historische Bleiverglasung. Durch zu laute Musik auf dem Domplatz werde die Verglasung durch die Vibration beschädigt.

„Dann besteht auf jeden Fall die Gefahr, dass sich Scheiben lösen, herunterfallen und möglicherweise Menschen verletzt werden könnten“, meint der Stiftungs-Bauleiter. Davon abgesehen werde durch die Vibrationen eines der wichtigsten historischen Baudenkmale des Landes möglicherweise beschädigt. Und die Stiftung befürchtet auch, das die sehr komplexe Mechanik der 3,5 Millionen Euro teuren Domorgel ebenfalls durch die Vibrationen beschädigt und verstimmt werden könnte. „Darum ist für die Stiftung natürlich ganz klar, dass der Schutz des Dom höher zu bewerten ist, als Konzertveranstaltungen auf dem Domplatz“, sagte Ralf Lindeman. Darüber müssen dringend mit der Stadt Magdeburg geredet werden, bevor es zu ernsthaften Schäden komme. Ein Treffen solle schon in den kommenden Wochen stattfinden.

 „Das ist ganz in unserem Sinne“, sagte gestern Magdeburgs zuständiger Ordnungsbeigeordneter Holger Platz. Für die Stadt Magdeburg habe die Sicherheit und die Unversehrtheit des Doms hohe Priorität. „Für uns ist das Problem ,klirrende Fenster‘ neu, aber wir sind sehr darin interessiert, es zu lösen“, sagte Holger Platz. Allerdings stellte er klar, dass der Domplatz einer der zentralen Veranstaltungsorte für Magdeburg sei. Erst am Donnerstag habe der Stadtrat ein umfangreiches Nutzungskonzept für den Dom- platz verabschiedet. Folglich müsse nach Lösungen für das Lautstärkenproblem gesucht werden. Dies könne aber nicht dazu führen, dass große Konzertveranstaltungen vom Domplatz verbannt werden, meinte der Ordnungsbeigerodnete. Das Nutzungskonzept stehe nicht zur Disposition.

Auf dem Platz finden jährlich Pop- und Schlagerkonzerte mit bis zu 20 000 Zuschauern statt, und das Theater Magdeburg richtet dort sein Sommer-Musical-Open-Air aus, das ein Publikumsmagnet ist.