Magdeburg (dpa) l Mehr als 900.000 Euro Schaden haben Automatenknacker in Sachsen-Anhalt im ersten Halbjahr 2018 verursacht. Am häufigsten seien dabei Zigarettenautomaten ins Visier von Kriminellen geraten, teilte das Landeskriminalamt (LKA) in Magdeburg mit. 192 solcher Fälle registrierte das LKA von Januar bis Juni. Geldautomaten waren den Angaben zufolge 13 Mal betroffen, Maschinen für Fahrkarten 10 Mal. Darunter seien auch versuchte Straftaten.

Die Zahl der Attacken stieg im Vergleich zu 2017 deutlich an. Im Vorjahreszeitraum wurden insgesamt 124 Fälle vermeldet. Im gesamten vergangenen Jahr wurden den Angaben zufolge 241 Taten registriert – nur etwas mehr als allein im ersten Halbjahr 2018.

Diebe schlugen sehr oft im Harz zu

Der von Januar bis Juni entstandene Schaden beträgt laut LKA etwa 923.200 Euro. Den größten Anteil nehmen dabei mit knapp 486.000 Euro die Fahrkartenautomaten ein, gefolgt von den Geldautomaten. Hier veranschlagt die Polizei eine Schadenssumme von etwa 383.000 Euro. Allerdings handele es sich um Schätzungen. "Der Versicherungsschaden dürfte wesentlich größer sein", so der LKA-Sprecher.

Besonders oft schlugen Täter in den ersten Monaten des Jahres im Harz zu. Dort registrierte das LKA den Angaben zufolge 40 Fälle, davon waren 37 Mal Fahrkartenautomaten betroffen. Im gleichen Zeitraum 2017 wurden im Harz zehn Fälle registriert. Im Bördekreis stieg die Zahl der Taten von 5 auf 27 an.

Fahrkartenautomaten oft gesprengt

Die Täter nutzten je nach Automaten unterschiedliche Vorgehensweisen. Während Fahrkartenautomaten größtenteils gesprengt wurden, wurden Geldautomaten fast zu gleichen Teilen entweder auf verschiedene Arten aufgebrochen oder gesprengt. Ähnliches gilt für Zigaretten: Etwa die Hälfte der 192 Automaten wurde gesprengt, 64 aufgebrochen, 20 komplett entwendet.